ao.Univ.-Prof.Dr. Bob Martens - Entwerfen WS 15/16

Mühlbach: Alte Schmiede Re*loaded

 

Logo

 

Ausgewählte Projekte:

> Magdalena Drach
> Julia Fuchshuber
> Nahir Günel
> Simon Heger
> Sabrina Hofer
> Milan Ciril Krajger
> Johannes Pflanitzer-Wolensky
> Andreas Schaukowitsch
> Benjamin Schneider
> Viktoria Steininger
> Alexander Sturmberger

This design programme focuses on the old smithy at the centre of Mühlbach am Manhartsberg in the Weinviertel region. While the location is certainly attractive, the building has long ceased to fulfil its original function and has been vacant for quite some time. The first task is to devise a meaningful use for the building, but also think about how to animate the entire centre of Mühlbach in the vicinity of the local castle. The design concept is not to end at the outer walls of the smithy but should make an impact on the village fabric including the impressive castle grounds. Participants will have to decide to what extent the existing building can be changed or adapted, including also the adjacent green in their considerations. In a wider context, the design can involve infrastructure measures that might add more vibrancy to this village centre in a rural region. In this design class, participants are expected to develop measures that contribute to heightening the identity of the place and devise architectural interventions conducive to a positive development of the village fabric. Instead of implementing isolated sculptures or similar devices, the aim of the class is to work out a viable concept and a design solution that can be put to concrete use, with a focus on the use of the existing building and the surrounding (semi-) public space.


AUFGABE

Die alte Schmiede im Zentrum der Ortschaft Mühlbach am Manhartsberg im Weinviertel steht beim ggst. Entwerfenprogramm im Mittelpunkt der Betrachtung. Der Standort dieser Schmiede im Ortskern ist zweifelsohne als attraktiv einzustufen, wenngleich die Baulichkeit bereits seit langem nicht mehr im Rahmen dieser Funktion genutzt wird und nun auch schon seit geraumer Zeit leer steht. Zunächst gilt es daher, eine sinnstiftende Nutzung zu intendieren und Überlegungen zur Belebung des Ortskernes unweit des Schlosses anzustellen. Das zu erarbeitende Konzept soll daher nicht an den Außenwänden der Schmiede enden, sondern vielmehr gebäudeübergreifend auf das weitere dörfliche Gefüge mitsamt der beeindruckenden Schlossanlage einwirken. Die Frage, inwieweit der vorgefundene Bestand adaptiert bzw. verändert werden kann und soll, gilt es näher zu betrachten. Der angrenzende Anger kann jedenfalls in die angestellten Überlegungen miteinbezogen werden. In diesen größeren Zusammenhang können aber auch infrastrukturelle Maßnahmen in die Überlegungen einfließen, welche den Ortskern im ländlichen Raum zu beleben im Stande sind. Im Rahmen dieser Entwurfsübung gilt es somit, identifikationsstiftende Maßnahmen zu setzen und architektonische Interventionen zu entwickeln, welche zu einer positiven Ortsbildentwicklung beitragen. Das Hauptziel besteht jedoch nicht darin, losgelöste Skulpturen und dergleichen zu implementieren, sondern vielmehr ein realisierungsfähiges Konzept sowie eine konkret nutzbare Entwurfslösung zu erarbeiten. Die Auseinandersetzung richtet sich daher an die konkreten Fragen rund um die Nutzung des bestehenden Gebäudes und des umgebenden (halb-) öffentlichen Raumes.


RESUMEE

Betrachtet man die vorliegenden Entwürfe rundum die ehemalige Schmiede in Mühlbach fällt auf, dass der an sich nicht weiter beachtenswerte Bestandsbau im Zuge der ersten Besichtigung eine nicht unentscheidende atmosphärische Aufladung erfuhr. Die Imaginationskraft des Einzelnen beflügelte maßgeblich die vielfältigen Gedanken rund um feuchte Mauerwerkswände und vorgefundene morsche Holzkonstruktionen. Die einst hier betriebenen Tätigkeiten werden daher nicht selten in abstrahierter oder surrealer Form zum Ausgangspunkt neuer Nutzungsspielarten. So wird aus der Schmiede schon mal die Muskelschmiede oder gar die Gustoschmiede. Vom Erhitzen des Stahles angeregt, entwickelt sich in weitergedachter Form eine Baulichkeit die sich ganz dem Saunieren widmet. Feuer und Feuerstellen dominieren so manchen Entwurfsansatz und lassen die einstige Vergangenheit zumindest teilweise wieder lebendig werden. Im gleichen Maße jedoch zeichnet sich aber auch der Wunsch nach einer belebten Dorfmitte ab. Einem Zentrum, das angefüllt mit Leben ist. Eine Mitte in der man sich trifft und austauscht, in der gehandelt und gefeilscht wird. Kurzum, ein Ort der Lebendigkeit. Die Entwürfe begegnen diesem Wunsch mit Nutzungsvielfalt und Nutzungsmix, möglichst zu allen Zeiten des Tages und sofern möglich auch des Abends. Vor diesem imaginativ aufgeladenen Denkhintergrund entwickeln sich diverse durchwegs unterschiedliche Ansätze rund um das Zentrum des Ortes Mühlbach, das bis dato nicht so recht eines sein will. So wird Musik zum Ausgangspunkt einer gezielten Dorfbelebung, wie auch das gemeinsame Arbeiten in Werkstätten oder ein Bienenlehrpfad, der in den benachbarten Barockgarten geleitet. Ob temporäres Wohnen in den umliegenden Weingärten oder das Dinieren im Schatten des Schlosses Mühlbach, es gilt den Ort in seiner Besonderheit zu unterstreichen und Angebote zu schaffen die unverwechselbar und einzigartig sind.

 

Magdalena Drach
Heizhaus

Gegenständliches Projekt greift auf die ursprüngliche Nutzungsform des bestehenden Gebäudes zurück und nimmt einerseits das Thema des Erhitzens als auch jenes der Verformung wieder auf. Die neue Nutzung der transformierten Baulichkeit wendet sich diesem Ansatz zufolge dem Saunieren und Nächtigen im Sinne eines Rückzugsortes abseits des Alltagsstress zu. Eine weitgehend offen gehaltene Kommunikationszone verbindet die beiden Funktionen und eröffnet Raum für Gemeinsamkeit und Austausch. Gleich einem Schaufenster in die Umgebung tritt der Gast hier sichtbar ins Ortsgeschehen ein.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Projektfoto Projektfoto Platzhalter Platzhalter

zum Seitenanfang

 
Julia Fuchshuber
Gustoschmiede

Das vorliegende Projekt sieht die Verwandlung der ehemaligen Schmiede in ein kleinmaßstäbliches Speiselokal vor, innerhalb dessen vorwiegend Produkte aus der Region zum Einsatz gelangen sollen. Ergänzt wird dieses Angebot durch einen unmittelbar angegliederten Bioladen. Die bestehenden Grundmauern bleiben hierzu erhalten und werden lediglich um einen kleineren Zubau ergänzt. Die bestehenden Feuerstellen werden gezielt in Szene gesetzt und erinnern an die ehemalige Nutzung. Eigens entworfene Möbel, wie auch eine kleine Bühne und die zentrale Feuerstelle generieren eine ortsspezifische Raumatmosphäre, welche das Thema der ehemaligen Nutzung gezielt umspielt.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Projektfoto Projektfoto Platzhalter Platzhalter

zum Seitenanfang

 
Nahir Günel
Re*fill

Das vorliegende Projekt geht durchwegs pragmatisch an die Aufgabenstellung heran und findet seinen Lösungsansatz im Umstand verhältnismäßig günstiger Grundfläche einerseits und der Verfügbarkeit des zentral gelegenen Baugrundes selbst. Im Rahmen des realen Raum- und Funktionsprogrammes eines Start-Up Unternehmens, welches sowohl die Software als auch die Hardware für 3D-Plotter produziert, wird eine Baulichkeit entwickelt, welche die Vorteile des Standortes gezielt zu nutzen weiß. Die entwickelte Baulichkeit deckt mit einer Nutzfläche von rund 420 m² auf beiden Geschossen alle für das Unternehmen erforderlichen Funktionen ab, und zeigt damit das Potential eines gewerblichen Neubaus auf dem vorgefundenen Standort auf.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Platzhalter

zum Seitenanfang

 
Simon Heger
Dorfzentrum Mühlbach

Das gegenständliche Projekt greift den Gedanken auf, die vorgefundene Baulichkeit mitsamt ihrer zentralen Lage im Ortsverband zu einem Mittelpunkt des Ortsgeschehens zu transformieren. Die Bespielung mit unterschiedlichen Funktionen verwandelt die Räumlichkeiten damit zu einem durchgehend belebten Standort. Das Ziel ist es, die Dorfgemeinschaft und den Zusammenhalt innerhalb des Ortes zu stärken. Im Rahmen einer Werkstatt können Gartengeräte, Rasenmäher und Fahrräder repariert werden. Darüber hinaus lässt der Verkauf von lokalen Produkten, wie auch eine Paketabholstelle die ehemalige Schmiede zu einem hochfrequenten Standort werden. Ergänzt wird das Rauprogramm durch eine Tagesstätte, eine Nachmittagsbetreuung und die abendliche Nutzung der Räume seitens diverser Vereine als auch Privatpersonen.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Projektfoto Projektfoto Platzhalter Platzhalter

zum Seitenanfang

 
Sabrina Hofer
Die Tonstube

Der Projekttitel greift einerseits auf das Material "Ton" zurück, verweist andererseits aber auch auf die musikalische Bedeutungsebene. So werden die neu entstehenden Räumlichkeiten einerseits im Sinne einer Töpferei genutzt und zum anderen vom örtlichen Musikverein in Besitz genommen. Die baufällige Scheune des Bestandsgebäudes weicht diesem Gedanken zufolge einem hölzernen Zubau entlang der Baulinie. Dieser Proberaum des Musikvereins selbst lässt sich durch eine faltbare Fassadenhaut gezielt nach außen hin erweitern und erfährt eine dementsprechende Verwandlung im Rahmen stattfindender Konzerte. Das Bestandsgebäude selbst wird charakterisiert durch einen großzügigen Sanitärbereich, sowie mehrere Brennöfen in der Mitte eines Raumes mit offenem Dachstuhl.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto

zum Seitenanfang

 
Milan Krajger
Die Musikschmiede

Vorliegendes Projekt richtet das Augenmerk auf die Schaffung von Räumlichkeiten für den örtlichen Musikverein. Das Bestandsgebäude umfasst dabei den Eingangsbereich und Aufenthaltsbereich, sowie einen Proberaum, Sanitäreinrichtungen Büro und Archiv, als auch zwei ergänzende Lagerräume. Ergänzt wird das Bestandsgebäude durch einen Zubau in Richtung Norden. Um sich dem Bestand unterzuordnen wird der Veranstaltungssaal um ein halbes Geschoß tiefer gelegt. Alt- und Neubau werden gezielt durch ein umlaufendes Glasband voneinander getrennt. Eine breite Stiegenanlage im Inneren des Gebäudes bildet das Verbindungsglied zwischen den beiden Baukörpern heraus.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Platzhalter Platzhalter Platzhalter Platzhalter

zum Seitenanfang

 
Johannes Pflanitzer-Wolensky
Das WeinQuartier

Das gegenständliche Projekt sieht ein Beherbergungskonzept in Form einzelner Wohncontainern vor, welche in den umliegenden Weingärten positioniert, von zentraler Stelle aus verwaltet werden. Die ehemalige Schmiede fungiert hierbei als Basis für die Verwaltung und technische Versorgung der umliegenden Units, welche ein einzigartiges Übernachtungserlebnis inmitten der Natur versprechen. Es werden hierzu vorgefertigte Container adaptiert, welche den Grundanforderungen eines Doppelzimmers entsprechen. Eine Stirnseite der aufgeständerten Containereinheiten wird mit einer vollflächigen Verglasung versehen, um den ungehinderten Blick in die Natur zu feiern. Im Bereich der Schmiede selbst werden ebenfalls vorgefertigte Einheiten gleichsam eingeschoben und der Eingriff damit gezielt auf ein Minimum reduziert.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Projektfoto Projektfoto Platzhalter Platzhalter

zum Seitenanfang

 
Andreas Schaukowitsch
Esse Mühlbach

Die Begriffserläuterungen „Esse“ – lat. für: Sein, Existieren, Leben und Essen aber auch jener des „Schmiedefeuers“ des Metallarbeiters wird hier zum Ausgangspunkt zahlreicher Überlegungen rund um ein Genusslokal der besonderen Art. Das Thema der „Schmiede“ wird dabei gezielt aufgegriffen, um eine Genusswelt zu erschaffen, welche die Geschichte des Bauwerkes und seiner Nutzung auf abstrakte Weise nacherzählt und für atmosphärische Dichte sorgt. Eine Welt aus Licht und Feuer empfängt den Gast und erlaubt kulinarische Genüsse im Rahmen einer räumlichen Erlebniswelt unter dem Vorzeichen des Schmiedens und Kochens.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto

zum Seitenanfang

 
Benjamin Schneider
Haus der Imker

Das vorliegende Projekt legt den Fokus seiner Betrachtung auf das Verschwinden der Honigbiene und begründet darin die ggst. Entwurfsidee. Hierzu wird der Gemeinde eine Bienenpatenschaft nahegelegt und als sichtbares Zeichen dafür ein Haus der Imker vorgeschlagen. Neben der Beherbergung von Winterbienen soll die Baulichkeit als Versammlungsort umliegender Imkerverbände, wie auch als Treffpunkt bzw. für Aus- und Weiterbildungszecke dienlich werden. Es wird ein Neubau in Holzbauweise vorgeschlagen, welcher sich im Wesentlichen aus zwei Bereichen, einem Seminarraum der auch für diverse Gemeindenutzungen zur Verfügung steht und einem Winterlager für Bienen, zusammensetzt. Die mit dem Haus in Verbindung stehende Brücke wurde gleichzeitig als Startpunkt eines angedachten Bienenlehrpfades konzipiert, welcher sich durch die nahegelegene Parkanlage ziehen soll.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Platzhalter

zum Seitenanfang

 
Magdalena Steininger
Klangkaffee

Vorliegendes Projekt sieht durch den vorgesehenen Um- und Zubau die Schaffung eines Ortes im Sinne des Genusses vor. So findet der Wanderer oder Besucher sowohl eine kleine Kaffeeröstwerkstatt vor, als auch Proberäume der ortsansässigen Musikkapelle. Solcherart wird aus dem Nutzungsmix ein Ort der besonderen Art. Der Klang der Musik und der Duft des Kaffees vereinen sich im Foyer und den öffentlich zugänglichen Bereichen und erzeugen unterschiedlichste Sinneseindrücke. Der vorgesehene Röstbetrieb sieht auch die Belieferung regionaler Märkte und anliegender Gastronomiebetriebe vor.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Platzhalter Platzhalter Platzhalter Platzhalter

zum Seitenanfang

 
Alexander Sturmberger
Slide-Open (Die andere Übernachtung)

Die vorliegende Projektidee basiert auf dem Gedanken einer kooperativen Zusammenarbeit mit der Hochzeitslocation im nahegelegenen Schlosspark. Da bis dato keine Übernachtungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe gegeben sind, eröffnet das Konzept “Slide-Open” insbesondere während der Sommermonate die Möglichkeit zu einer Übernachtung der besonderen Art. Die vorgesehene Bebauungsstruktur eröffnet 32 Gästen im Rahmen von 16 Doppeleinheiten eine Outdoor-Übernachtungsmöglichkeit in ungewohntem Rahmen. Eine veränderbare textile Wand- und Deckenstruktur erlaubt es fallweise Intimität zu wahren und dennoch auch die Übernachtung gleichsam unter freiem Himmel zu zelebrieren. Im Zuge der Wintermonate ist eine Nutzung im Sinne eines Weihnachtsmarktes vorgesehen.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Platzhalter

zum Seitenanfang

 
   Beratung: Dr. Wolf-Michael Tschuppik, Kontakt: www.rohtangarchitects.com
   Webdesign: multivitamedia Markus Piribauer, Kontakt: www.multivitamedia.com