ao.Univ.-Prof.Dr. Bob Martens - Entwerfen WS 12/13

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Reconnecting Kaiserebersdorf

 

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Ausgewählte Projekte:

> Josefine Alessandri
> Jean Gengler
> Jenny Grabenhofer
> Claudia Laber
> Oliver Leitner
> Lukas Meyer
> Corinna Pavlas
> Zeynab Waezi
> Barbara Weber
> Thomas Weyrich

About one hundred years ago, the last major army barracks structures of the Austro-Hungarian Monarchy were built in Simmering, Vienna's 11th district. Having continued in their original use until 1955, they were then earmarked to accommodate refugees. The structures are located in a highly heterogeneous environment. To the west lies a shopping mall, "HUMA Einkaufspark", its rear side facing the complex. To the north the site is delimited by an inaccessible woodland area. The site itself is dominated by small allotment garden plots. The project invites students to design measures that would enhance the identity of the site by proposing architectural interventions that encourage positive urban development processes. Even if these interventions will mainly be limited to the outdoor areas, they should consist merely in placing isolated sculptures or the like. The designs should address concrete issues relating to the use of this (semi-)public space and the site of the former military barracks.


AUFGABE

Im Wiener Gemeindebezirk Simmering wurden vor knapp einhundert Jahren die letzten großen Kasernenbauten der k. u. k. Monarchie errichtet. Deren Nutzung blieb bis zum Jahre 1955 erhalten. Danach stand die Unterbringung von Flüchtlingen innerhalb des Komplexes am Programm. Das Umfeld der Bauten ist geprägt von Heterogenität. An der westlichen Seite befindet sich ein "HUMA Einkaufspark", dessen Eingang jedoch dem Komplex abgewandt ist. Im nördlichen Teil ruht ein unzugängliches Wäldchen, ansonsten dominieren Kleingartengrundstücke. Im Rahmen dieser Entwerfenübung galt es identifikationsstiftende Maßnahmen zu setzen und architektonische Interventionen zu entwickeln, welche einer positiven Stadtentwicklung zuzuarbeiten im Stande sind. Die entwerferische Auseinandersetzung widmete sich den konkreten Fragen rund um die Nutzung des (halb-) öffentlichen Raumes und weiterführend des Geländes der ehemaligen Kaserne.


RESUMEE

Unterzieht man die erarbeiteten Entwürfe einer näheren Betrachtung, so kommt man nicht umhin, zunächst die darin dingfest gemachten Bedürfnisse heraus zu schälen. Bedürfnisse, die sich dem Betrachter zum gegenwärtigen Zeitpunkt innerhalb der vorgefundenen städtebaulichen Situation noch als Defizite präsentieren. Damit seien zunächst Freiräume oder allgemein zugängliche Flächen angesprochen, welche auch tatsächlich zum Aufenthalt einladen und ihren Nutzern entsprechende Möglichkeiten im Sinne einer sportlichen Betätigung oder einer anderweitigen sinnvollen Tagesgestaltung offerieren. Das Bedürfnis nach Bewegung, nach dem einander Treffen, dem miteinander Kommunizieren, dem gemeinsamen Kochen, dem Austausch von Geschichten, dem Produzieren von Gegenständen, aber auch das Bedürfnis nach Rückzug in die eigenen vier Wände oder den eigenen kleinen Garten zeichnet sich damit mittelbar in den dargelegten Konzepten ab. Die Entwürfe erscheinen damit auf den ersten Blick als reich bebildertes Wunschkonzert oder eine von allen finanziellen Zwängen losgelöste Vision eines neuen Kasernenareales Kaiserebersdorf, innerhalb dessen Grenzen nun in Hinkunft gemeinschaftlich gekocht und erlangtes Wissen ohne jegliche Einschränkung geteilt wird. Entlang der neu angelegten Gartenbeete wird in der Gruppe gegärtnert und ebenso geerntet. Da wird getauscht, gemeinsam musiziert und in Werkstätten solidarisch an Tauschgegenständen gearbeitet.

Um diese Vorstellung eines gemeinschaftlich genutzten Stadtraumes auch umsetzen und erhalten zu können, werden unterschiedlichste Wohnformen angedacht und in die vorgefundene urbane Struktur auf unterschiedlichste Weise integriert. Vom Reihenhaustypus mit bewirtschaftbarem Garten über seriell aneinander gereihte Mikrohäuser mit eigenem Freibereich bis hin zum mehrgeschossigen Wohnbau, in und auf dessen Durchgängen, Höfen und Dächern geklettert, gelaufen und gespielt wird, werden unterschiedlichste Wege dargelegt, den städtischen Raum über den bisherigen Status hinaus zu verdichten, ohne dabei jedoch auf erleb- und bespielbaren Freiraum verzichten zu müssen. Das Spezifikum der angedachten Baulichkeiten liegt darum nicht selten in der Verbindung jener dringend erforderlichen Freiräume mit dem Bauwerk selbst. Den Übergängen und Zonen der Transition fällt damit im Zuge des Entwurfes nicht selten das Hauptaugenmerk zu.

 

Josefine Alessandri
VIENNACCESS - LIVING LEARNING LAUGHING

Der vorliegende Entwurf beruft sich auf die Notwendigkeit nach einem Bildungs- und Beschäftigungszentrum, welches die Funktion verfolgt, einerseits die Anwohner des Gebietes zu unterhalten und zu integrieren und andererseits die Bewohner umliegender Bezirke anzulocken um in weiterer Folge das ggst. Gebiet zu revitalisieren. Offene Erdgeschosszonen und begehbare Dachlandschaften sollen Passanten dabei in das Innere des Komplexes locken. Jenes Zentrum wird dabei im Bereich des Geländespitzes unmittelbar an den infrastrukturellen Haupterschließungswegen situiert. Der hofartige Komplex beinhaltet einen Kindergarten, eine Volksschule (nachmittags Deutschkurse), ein Kinder- & Jugendzentrum und Beschäftigungsräume für Erwachsene. Um eine entsprechende Symbiose zwischen den bestehenden Gebäuden und dem neuen Zentrum zu ermöglichen, werden des Weiteren freizeitorientierte, dachbespielte Wohnbauten errichtet, die sich in ihrer baulichen Erscheinungsform in den vorhandenen Rahmen gezielt einfügen.

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Jean Gengler
Light Play Ground

Gegenständliches Projekt legt seinen Fokus auf die Themenschwerpunkte Licht, resp. Stadtraumbeleuchtung, und die Möglichkeiten sportlicher Betätigung, resp. des Spielens innerhalb des Geländes. Solcherart werden zwei Problemkreise aktiv bearbeitet. Einerseits wird im Sinne eines allgemeinen Sicherheitsbedürfnisses das Gelände auch bei Nacht "einsehbar" und sowohl tags als auch nachts belebt, andererseits wird der Außenraum zur Aktivitätszone erklärt und der ansässigen Bevölkerung eine Möglichkeit zur sportlichen Betätigung im unmittelbaren Nahbereich eröffnet. Das erarbeitete Lichtkonzept reagiert zielgerichtet auf unterschiedliche Wegeführungen und es werden für einzelne räumliche Situationen individuelle Lösungen vorgeschlagen. In Punkto Freizeitgestaltung können drei Bereiche unterschieden werden: der Fußball- und Basketballplatz mit anschließender, teilweise überdachter Tribüne, Work-Out Bereiche unterteilt in diverse Bereiche für verschiedene Altersgruppen und zu guter Letzt Grillplätze in unterschiedlichen Größen.

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Jenny Grabenhofer
cook_in´

Das vorliegende Projekt widmet sich ganz dem Thema des Essens und des Kochens. Sowohl das Eine als auch das Andere werden als verbindendes Element innerhalb der Völkerverständigung betrachtet und insofern zum Hauptansatzpunkt für ein Gebäude, innerhalb dessen sich fremde Kulturen auf dieser Basis begegnen sollen. Der geplante Komplex versteht sich damit einerseits als "Fundus" in Form einer überschaubaren Bibliothek, welche von den Bewohnern selbst bestückt werden kann, und andererseits als Standort des voneinander Lernens im Sinne einer einzigartigen "Koch- und Ess-schule". Der Kochbereich mit seinen einzelnen Inseln soll dabei als Gemeinschaftsküche für die Bewohnerschaft dienen. Das gemeinsame Kochen und vor allem Verspeisen der zubereiteten Küche, wird somit in den Mittelpunkt des Interesses gerückt und kreiert eine gemeinsam erlebbare Plattform, von der es nur zu profitieren gilt.

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Claudia Laber
Community

Das Hauptaugenmerk gegenständlichen Entwurfes liegt auf der Schaffung gemeinschaftlich nutzbarer Bereiche. Baulich betrachtet entwickeln sich diese in der Fortsetzung des bestehenden Gebäuderasters. Dieser solcherart neu geschaffene Komplex beherbergt unter anderem zwei Gemeinschaftsküchen, ein Jugendzentrum, einen Fitnessraum und eine Werkstatt. Weiterführend entsteht in Richtung des HUMA-Marktes ein Shop, in dem im Eigenanbau herangezogenes Gemüse, sowie eigens produzierte Ware dargeboten wird. Verkauf, Instandhaltung und Produktion verbleiben im Zuständigkeitsbereich der Bewohner. Richtung Zinnergasse, auf dem ehemaligen LKW-Abstellplatz, wird eine Volksschule mit jeweils zwei Klassen pro Jahrgang, ein Bereich für außerschulischen Musikunterricht und eine Beratungsstelle für die Anwohner vorgeschlagen.

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Oliver Leitner
mix_max

Gegenständlicher Projekttitel bezieht sich auf ein gleichnamiges Kinderspiel, in dessen Rahmen durch das Zusammenfügen verschiedener Teile ein neues Ganzes entsteht. Ähnlich dem Spiel wird im vorliegenden Projekt versucht, durch unterschiedliche bauliche Interventionen, ein neues Stadtbild und einen lebendig nutzbaren Stadtraum zu generieren. Im Sinne einer beidseitigen Integration, zielt das Projekt darauf ab, alle Gesellschaftsgruppen zu erreichen, und schlägt vor, neben neuen Wohnbauten für junge aufgeschlossene Kreative auch Quartiere für Asylwerber zu schaffen. Zusatzangebote wie das Integrationshaus mit Mehrzweckraum und diversen Proberäumen, als auch das Sportangebot, das sowohl für Indoor- wie auch Outdoor-Nutzung konzipiert ist, werden als Nährboden für einen sukzessiv einsetzenden Integrationsprozess betrachtet. Der öffentliche Raum in Form der vorgeschlagenen Platzgestaltung, einer angrenzenden Parkanlage sowie zahlreichen Gemeinschaftsgärten erweist sich in diesem Zusammenhang als Kommunikationsfläche und Treffpunkt der Kulturen, welcher die einzelnen Teile zu einem neuen Ganzen verschweißt.

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Lukas Meyer
MIKROHAUS - kompakt, effizient, mobil

Das vorliegende Projekt unternimmt den Versuch, die vorgefundene Kleingartenparzellenstruktur einer zukunftsorientierten Erneuerung zu unterziehen. Es lässt eine Ansiedlung aus mobilen Kleinstwohneinheiten entstehen, welche durch das Mittel der linearen Reihung zum Einen eine Vielzahl an schmalen, der Privatheit vorbehaltenen Grünstreifen und eine gemeinschaftlich nutzbare Großraumform generiert. Je nach Lebenssituation können einzelne Einheiten fallweise auch gekoppelt werden. Im Fokus der Betrachtung stehen nicht zuletzt Migranten, welchen in diesem Projekt nicht nur Privatheit, sondern auch ein entsprechendes Maß an Gemeinschaftsfläche zugebilligt und offeriert wird.

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Corinna Pavlas
Connection

In Rahmen des Projektes "Connection" gilt es, unter dem Einfluss von Sport und Kommunikation das Identifikationsgefühl der Bewohner mit dem Kasernengebiet in Kaiserebersdorf zu stärken. Mit Hilfe des vorgeschlagenen Bauwerks, welches sich durch einen heterogenen Mix aus Sport- Bildungs- und Wohnbereichen auszeichnet, wird dieser selbst gewählten Anforderung Rechnung getragen. Darüber hinaus fällt das Augenmerk dieses Entwurfes auf die Gestaltung des öffentlichen Raums mit seinen unterschiedlich genutzten Sportflächen, einem Spielplatz, Grillplätzen und einem Outdoor-Kommunikationsbereich. Durch den Wechsel bewusst gewählter Bodenbeläge wird der öffentliche Raum gegliedert und einer beabsichtigten Rhythmisierung unterworfen. Im Übergangsbereich zwischen Freiraum und Gebäude wird ein fließender Übergang von öffentlichen, halb-öffentlichen und privaten Räumen angestrebt.

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Zeynab Waezi
Kulturpark

Das vorliegende Projekt trachtet danach, den Grünraum innerhalb des Geländes in maximaler Form zu erhalten und diesen darüber hinaus zu vergrößern. Die propagierte Bespielung im Sinne einer offen nutzbaren Kulturlandschaft verwandelt das Gelände solcherart in einen Raum der Kultur, der Kommunikation, und der Begegnung. Um die solcherart angestrebte Entleerung zu ermöglichen, wird die bis dato vorhandene Bebauung entfernt und auf einen einzigen Standort komprimiert. Die dabei notwendige Verdichtung verwandelt das zentrale Wohngebäude in eine nach allen Richtungen offen agierende Wohnmaschine, von deren Freibereichen aus man den umliegenden Kulturpark erlebt und daran Teil hat.

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Barbara Weber
Switch_toGREEN

Das gegenständliche Projekt widmet sich dem seit geraumer Zeit thematisierten "Gärtnern" im Sinne einer sinnstiftenden Beschäftigung. Aufbauend auf den Gedanken und Ansätzen der bereits tätig gewordenen "Film and Performance Company" Cabula6, wird ein Raumprogramm generiert, welches einen Ort der Zusammenkunft bereitstellen soll. Das Hauptaugenmerk des vorgeschlagenen Gebäudes liegt auf den es umgebenden und es durchdringenden Gärten. Jeder einzelne Raum ist demnach einem Garten zugewandt. Entsprechend der Öffentlichkeit eines Gartens, sind es auch die ihm zugewandten Räume. Neben öffentlichen Räumen, wie Küche, Veranstaltungs- und Workshopräume, werden auch privatere Räume, wie Beratungs- und Bildungsräume, Bibliothek und Leseräume bereitgestellt. Die Gärten im unmittelbaren Gebäudeumfeld finden sich in Gewächshäusern ein, welche die introvertierteren Gebäudeteile mit den Gärten verbinden und den Komplex gleichzeitig strukturieren. Durch die Ausrichtung der Gewächshäuser wird die Lichtsituation innerhalb des Komplexes strategisch optimiert.

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Thomas Weyrich
commongrounds - connected Kaiserebersdorf

Gegenständliches Projekt widmet sich den drei selbst gewählten Schwerpunkten: Städtebau, Aufwertung öffentlicher Räume und Schaffung eines Quartierszentrums. Das alte Kasernengelände wird dabei städtebaulich durch drei neue Wohnbauten und ein neues Quartierszentrum vervollständigt. Die Quartiersstraße bildet dabei die neue Verbindung innerhalb des Gebietes aus. Den Attraktor des neuen Quartiers bildet ein multifunktionaler Turm, welcher sich im Erdgeschoss noch ganz dem Raster des alten Kasernengeländes unterwirft und sich nach oben hin durch eine Drehung um drei Grad/Geschoss von den Regeln dieses Rasters "befreit". Die Nutzungen innerhalb des Turmes werden durch commongrounds bzw. Lufträume miteinander verbunden.

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   Beratung: Dr. Wolf-Michael Tschuppik, Kontakt: www.rohtangarchitects.com
   Aufnahmen: Markus Ziegelwanger, Kontakt: photographer@blax.at
   Webdesign: multivitamedia Markus Piribauer, Kontakt: www.multivitamedia.com