ao.Univ.-Prof.Dr. Bob Martens - Entwerfen WS 06

liquid dreams

 

Logo

 

Ausgewählte Projekte:

> Anna Aichinger
> David Calas
> Vincent Delobel
> Christoph Fischerlehner
> Franziska Graber
> Gerd Kaneider
> Marielle Kremp
> Günther Litzlbauer
> Marina Mader
> Lucie Reuter
> Jan Sagbauer
> Eva Maria Schmall

The spa and wellness principle is becoming ever more important, also in the home context. Somewhat neglected for some time, bathing facilities now start to conquer the living areas, both in private homes and in temporary residences, such as hotel rooms. The new challenges, the longer times spent in the bathroom and, last but not least, the "new" atmosphere requires novel approaches to bathroom and spa design, which are the subject of this design exercise. The focus lies on visions that can be translated into reality and which provide a new place for the element of water in the context of the home. Issues of developing or eliminating boundaries between the bathroom and other areas of daily life will have to be settled in the process.


AUFGABE

Das Element Wasser wird zunehmend kostbarer und rarer. Im Gleichschritt entwickelt das Bad, wie auch das Baden und Waschen an sich völlig neue Erscheinungsformen. Der Umgang mit dem flüssigen Element wird eindeutig bewusster und die gesetzten Handlungen erhalten vermehrt Ritualcharakter.
Goss man sich dereinst also noch unter zu Hilfenahme eines Kübels Wasser über Kopf und Körper, füllte zuvor am Herd erhitztes Wasser in großformatige Bottiche um darin den eigenen Körper zu versenken, so scheint die Anzahl der Erscheinungsformen scheinbar vordefinierter Handlungen im Bad mehr denn je von Tag zu Tag anzuwachsen. Großformatige Deckenpaneele lassen tropische Regengüsse in einen die Sinne betörenden Raum einfallen. Wasser ob warm, heiß oder kalt wird mit Luft angereichert, mit künstlichem Licht eingefärbt und dreht sich um die eigene Achse bevor es sich über den Körper des Badenden ergießt. Der Umgang mit dem kostbaren Nass erfährt nicht zu letzt ein erweitertes Maß an Sinnlichkeit, die hierzu notwendigen Raumcharaktäre scheinen eingefangen zwischen Magie und Ritual. Die Zeiten jedenfalls, da das Bad als rein funktional betrachtete Nasszelle ein Dasein auf Minimalfläche zu fristen hatte, sind zumindest vorübergehend ad acta gelegt.
Das Bad kehrt zurück ins Blickfeld der Wohnumgebung, es tritt aus dem zwischenzeitlich geführten Schattendasein heraus und erobert nach und nach auch den konkreten Wohnbereich, unabhängig davon, ob es sich nun um die eigene Wohnung das Haus oder die temporäre Heimstatt im Sinne eines Hotelumfeldes handelt. Die neue Anforderungen, die längere Verweildauer und nicht zuletzt die "neue" Atmosphäre verlangen nach neuartigen Gestaltungsansätzen, welche Aufgabenstellung der Entwerfenübung sind. Das Augenmerk gilt realisierungsfähigen Visionen welche das Element Wasser im Wohnumfeld neu positionieren. Fragen nach der Entwicklung oder Auflösung von Abgrenzungen zu anderen Bereichen des täglichen Lebens sind dabei ebenso zu klären wie Fragen der Materialität, Form und Gestaltgebung.

LEISTUNGSUMFANG

Gefordert ist die Erarbeitung eines Konzeptes für die gegenständliche Problemstellung. In weiterer Folge ist die Umsetzung des Entwurfes im Maßstab 1:50 (Plandarstellung, Modellbau) zu erbringen. Darüberhinaus sind charakteristische Bereiche im Maßstab 1:20 darzustellen.

RESÜMEE

Zieht man die entstandenen Entwürfe in Betracht, so kommt man nicht umhin, zu erkennen, dass die Visionen rund um das Baden und Waschen in den eigenen vier Wänden oder auch außer Haus keinesfalls ausgeschöpft sind. Eine Vielzahl an neuen bis dato kaum begangenen Pfaden wird hier entlang des Themas Wasser erschlossen. Als durchgängig verbindendes Element erscheint einzig die Neuerfahrung des flüssigen Elementes. Dabei erfuhren die Vorgänge rund um die Reinigung des menschlichen Körpers bereits über die Jahrzehnte hinweg mannigfaltige Veränderungen. Dennoch, ein Ende dieser Entwicklungsgeschichte scheint keinesfalls erreicht, insbesondere dann nicht, wenn man die zum Teil beengten räumlichen Verhältnisse vielerorts und den tendenziell sensibleren Umgang mit dem Wasser in Betracht zieht. Darüber hinaus werden die Handlungen im Bad zunehmend ritualisiert und gleichzeitig die Anforderungen an die einzelnen Stationen des "Reinigungsprogrammes" spürbar anspruchsvoller. Die Gerätschaften und mobilen wie immobilen Einheiten haben demzufolge mehr zu leisten, als noch vor wenigen Jahren. Sanitäre Einrichtungen bedürfen mitunter der Schichtung, der Stapelung und der Verdrehung. Daraus ergeben sich neuartige veränderliche Badsituationen, welche gegebenenfalls auch notwendigen Freiraum innerhalb eines beschränkten räumlichen Angebotes offerieren. Das Bad wird also zwangsläufig zum Spielgerät und eröffnet in Folge das Tor zu einem durchwegs lustbetonten Umgang mit der gesamten Thematik. Eine, in der alle Sinne gezielt in das Badeerleben miteinbezogen werden. Für den Gestalter gerät es damit zur Aufgabe, den dafür bereitgestellten Raum szenografisch zu betrachten und Handlungsvorgänge innerhalb des Bades strategisch zu bedenken, wie auch potentielle Geschehnisse zumindest in Ansätzen vorab zu umreißen. Die vorliegenden Entwürfe lassen einige wenige Einblicke in diese ritualisierte wie auch raumökonomische Badewelt zu. Sie verfolgen dabei eine bewusste Vielzahl an unterschiedlichen Wegen und stoßen jeweils eine neue Tür zu einer weitaus umfänglicheren Thematik auf, der es in den kommenden Jahren vertieft nachzugehen gilt.

 

Anna Aichinger
Templum Aquae

Das Badezimmer wird in diesem Projekt bewusst als Ort umfänglicher Entspannung artikuliert. Der als gläserner Zubau zu einem bestehenden Gebäude geplante Entwurf wird darum als transparenter, weitgehend offener Pavillon konzipiert, welcher eine bewusst meditative bis sakrale Haltung seitens des Nutzers einfordert. Licht und Wasser, wie auch die dabei entstehenden Reflexion werden zum integralen Bestandteil, der baulichen Struktur verwandelt und eröffnen solcherart den Aufenthalt in einer dreidimensionalen Wasserwelt.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Projektfoto

zum Seitenanfang
 
David Calas
changing (bath)room(s)

Der Entwurf übersetzt das vorgegebene Thema in eine teilweise veränderbare räumliche Struktur, welche sowohl körperliche Reinigung, als auch Entspannung, wie auch eine entsprechende Revitalisierung zulässt. Die dabei gesetzten Handlungen werden als "Rituale³ interpretiert, welche in den verschiedenen Gradienten der Öffentlichkeit bis Privatheit erlebt werden sollen. Changing (bath)room(s) trachtet danach die notwendigen Raumkonstellationen gleichsam als Option anzubieten. Mittels eines gezielten Verschiebens bzw. Öffnens und Schließens von Wandelementen lassen sich dabei die notwendigen Veränderungen herbeiführen.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto

zum Seitenanfang
 
Vincent Delobel
Défenestration

"Défenestration" gestattet auf humorvolle Weise das "schnelle" Bad zwischendurch. Um dieses zu ermöglichen, wird eine sackähnliche Badefazilität aus dem Fenster gehängt und eine Ballonähnliche Struktur geöffnet. Der dabei sich entfaltende überdimensionale Regentropfen an der Fassade verleiht dem Projekt seine signifikante Gestalt. Diverse Klappmechanismen werden darüber hinaus weitestgehend sichtbar belassen, um das konzeptuelle des Ansatzes auch für den Nutzer nachvollziehbar zu machen.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto

zum Seitenanfang
 
Christoph Fischerlehner
roll over

Der Entwurf trachtet danach, die diversen anfallenden Tätigkeiten im Zuge des "Reinigungsprozess³ innerhalb eines einzelnen raumsparenden Bademöbels zu vereinigen. Die Funktionen werden hiezu ringförmig im Rahmen eines drehbaren Objektes angeordnet. Die Maße des menschlichen Körpers und die jeweilige Körperhaltung definieren die konkrete formale Ausprägung des skulptural anmutenden Raumelementes. Die drei Grundstellungen: Duschen, Baden, Sitzen, Liegen und Waschen verlangen dem Nutzer jedoch ab, die Einheit vorerst in die gewünschte Position zu drehen.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Projektfoto Projektfoto

zum Seitenanfang
 
Franziska Graber
"SWAY³

"SWAY³ versteht sich als Bad-Küchenmöbel, welches auch in beengtem Umfeld eine Vielzahl an Funktionen ermöglicht. In seiner formalen Ausbildung folgt es der Idee eines "Schweizer Taschenmessers", denn die kompakte geschlossene Form öffnet sich erst nach und nach, um die diversen integrierten Einrichtungen preis zu geben. Die dabei anvisierte Zielgruppe, hat mit beengten Wohnverhältnissen um zu gehen und will dennoch nicht auf ein eigenes Bad samt Badewanne und eigener Küche verzichten. Um dies zu gewährleisten setzt sich "SWAY³ aus fünf, um eine gemeinsame Achse, drehbaren Elementen, zusammen, welche aufgefächert die Funktionen eines Badezimmers und/oder einer Küche erfüllen.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto

zum Seitenanfang
 
Gerd Kaneider
Rebirth

Stress, Verkehr, zunehmend sich verdichtende Städte, wie auch neue Technologien im Kommunikationswesen, welche die jederzeitige Erreichbarkeit sicherstellen, lassen Räumlichkeiten und Orte der Ruhe innerhalb des urbanen Kontextes vermissen. Der Baderaum wird in diesem Zusammenhang als Denkhintergrund herangezogen, jene Momente des Rückzuges und der Entspannung neu zu interpretieren. Die bauliche Struktur greift in diesem Sinne auf die Idee der Rückkehr zum Ursprung des menschlichen Lebens zurück. Warmwasserführende Schleifen umhüllen den Raum, wie auch den badenden Körper und evozieren solcherart ein nachhaltiges Gefühl von Geborgenheit, das nicht zufällig an den geschützten Aufenthalt im Mutterleib erinnert.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto

zum Seitenanfang
 
Marielle Kremp
The Island

Das Projekt eröffnet den Gedanken einer künstlichen Insel im ufernahen Bereich, welche den Kontakt mit dem Wasser auf unterschiedlichste Weise zur Geltung bringt. Ob es nun die bloße Betrachtung des offenen Meeres ist, oder das Baden selbst, die Baulichkeit offeriert Plätze der Exponiertheit ebenso wie Orte gezielter Kontemplation. Sitzstufen laden dabei immer wieder zum Verweilen und Sonnenbaden ein.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto

zum Seitenanfang
 
Günther Litzlbauer
SPA_LOUNGE

Die so genannte "SPA_LOUNGE" erweist sich als künstliche Entspannungslandschaft innerhalb des Wohnraumgefüges. Sie soll sowohl der seelischen als auch der physischen Erholung dienen und im Rahmen ihrer Positionierung ein neues Wohnzentrum markieren. Die SPA_LOUNGE offeriert in diesem Zusammenhang nicht nur Platz zum Baden, sondern eröffnet vielmehr auch Möglichkeiten zur körperlichen Regeneration im Sitzen und Liegen oder einfach nur unter einem "Wasserfall" stehend.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto

zum Seitenanfang
 
Marina Mader
KÜBAMÖ

Das Küchen-Bad-Möbel erweist sich als kompakt konzipiertes Möbel, welches sich nahezu innerhalb jeden Raumes mit Wasseranschluss integrieren lässt. Entsprechend der jeweiligen Nutzung wird es in die Mitte des Raumes, oder an die Wand gedreht. Infolge dessen wird auch die Bad- resp. die Küchenseite je nach Nutzung ein- und ausgeklappt bzw. ausgefahren. Das Platz sparende Objekt kann sowohl im Rahmen studentischer Wohngemeinschaften als auch in kleinmaßstäblichen Wohnungen eingebracht werden, um selbst auf minimalem Raum nicht auf die Vorzüge eines eigenen Bades resp. einer eigenen Küche verzichten zu müssen.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto

zum Seitenanfang
 
Lucie Reuter
"Entre deux mondes"

Der Entwurf folgt dem Gedanken den Baderaum unmittelbar an der Außenhaut des Hauses zu positionieren. Solcherart werden die Raumgrenzen selbst aufgelöst und das Bewegen innerhalb des Bades zu einem permanenten Wechsel zwischen dem Innen und dem Außen. Die angefügte räumliche Struktur erweist sch als "Box" mit strategisch gesetzten Einschnitten und Öffnungen. Das Bad selbst erfährt dabei eine Zweiteilung. In den primär "funktionstragenden" Teil, welcher mit der "Außenwelt³ verbunden durch Aussicht und direkt einfallendes Licht charakterisiert ist und in einen "Entspannungsteil", welcher wiederum in engem Zusammenhang mit dem Wohnbereich zu sehen ist.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto

zum Seitenanfang
 
Jan Sagbauer
Hybris

Der Entwurf geht von einer Zusammenführung diverser Badfunktionen aus, welche bis dato in der Regel als Einzelelemente zur Verfügung standen. Das solcherart generierte Hybridobjekt setzt dabei im Wesentlichen auf die Idee einer strategischen Transformation, welche die beiden Elemente Waschtisch und Badewanne gezielt zusammenführt. Entlang des Duschkorpus wird mittels Hebe- und Schiebemechaniken der Umgang mit den Sanitärobjekten zur spielerischen Erfahrung.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto

zum Seitenanfang
 
Eva Maria Schmall
Bubble Bath

Bubble Bath erweist sich als Badekapsel, welche primär für den Innenraum mit entsprechender Raumhöhe konzipiert wurde. Da es aus drei Kunststoffschalen zusammengesetzt wird, ist jedoch auch eine Anwendung im Außenraum denkbar. Das eiförmige Kunststoffgebilde erlaubt über die täglichen Aktivitäten der Körperpflege hinaus ein umfassendes Spa-Erlebnis, welches mittels diverser Licht- und Akustikfeatures unterstützt wird.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto

zum Seitenanfang
 
   Beratung: Dr. Wolf-Michael Tschuppik, Kontakt: www.rohtangarchitects.com
   Aufnahmen: Markus Ziegelwanger, Kontakt: photographer@blax.at
   Webdesign: multivitamedia Markus Piribauer, Kontakt: www.multivitamedia.at