ao.Univ.-Prof.Dr. Bob Martens - Entwerfen WS 05/06

Smart Air

 

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Ausgewählte Projekte:

> Matthäus Aschauer
> Karin Drozd
> Arno Ebner
> Jürgen Fedele di Catrano
> Theresa Graff
> Hakima Hariri
> Joachim Hölzl
> Ernst Kohlweiss
> Michael Murauer
> Doris Ossberger
> Nina Pokorny
> Florian Scartezzini
> Erwin Stammler
> Christoph Sulyok

The objective is to use air, or rather air-inflated shells, as "building material" for a stable roofing structure which can provide protection against wind, inclement weather and sun. The air-filled roof becomes the starting point for a number of design and construction issues. Regardless of whether the resulting structure should also serve as a space for advertising or messaging, whether it is to be a low-budget solution or a high-end roof, the temporary character of the structure has to be the main principle. Issues such as transport ease, concrete use, installation site, changeability and form of appearance define a search for solutions which must ultimately be geared to the final product.


AUFGABE

Aus dem "Material" Luft, resp. den diversen Formen ihrer Umhüllung soll eine tragfähige Überdachung geschaffen werden, welche sowohl vor Wind und Wetter als auch vor der Sonne zu schützen vermag. Das Dach aus Luft gefertigt, wird damit zum Ausgangspunkt gestalterischer wie konstruktiver Überlegungen. Ob darüber hinaus Botschaftenträger oder für den Einsatz in Notsituationen gedacht, ob Low- Budgetlösung oder Highend-roof, einzig das temporäre Dasein sollte als Grundsatz gelten. Fragen nach der Transportabilität, der konkreten Nutzung, dem Aufstellungsort, der Veränderlichkeit, wie auch der Erscheinungsform definieren einen Prozess der Suche, welcher nicht zuletzt immer wieder im Produktionswerk verankert sein sollte.
Da beabsichtigt wird, einige der Entwürfe einer konkreten Realisierung zuzuführen wird von Beginn an, ein überaus intensiver Kontakt zur Entwicklung und Fertigung gepflegt. Die im Zuge des Entwerfens vermittelten Grundlagen und weiterführenden Kenntnisse zum Bauen mit dem Werkstoff Luft werden darum unmittelbar in die Entwicklung eben jener neuartigen Bedachungsstrukturen einfließen und die Entwurfsansätze in der Realität überprüfen.

LEISTUNGSUMFANG

Die Entwurfsübung ist entweder im Rahmen eines 4-stündigen Entwerfens (Entwicklung eines einzelnen Dachsegmentes ca 25m2) oder aber im Rahmen eines 8-stündigen Entwerfens (Entwicklung einer weiterführenden Dachstruktur, welche sich durch Koppelungen und Varianten auszeichnet) zu absolvieren.

RESÜMEE: BAUEN MIT LUFT

Für gewöhnlich sind es Baumaterialien wie Beton, Stahl, Glas oder Holz, welche den Architekten in seinem Wunsch, Raum zu umgrenzen und einzuhüllen, begleiten. Materialien, die auf Grund von empirischen Erfahrungswerten und teils komplexen Berechnungsmethoden für den Planer greifbar, kalkulierbar und in Folge beinahe risikofrei für räumliche Gestaltungen hinzugezogen werden können. Und ohne Zweifel sind es die baulichen Dimensionen resp. die Arten der Fügung einzelner Werkstoffe, welche den baulichen Ausdruck einer komplexen architektonischen Struktur nachhaltig bestimmen. Es liegt damit auf der Hand, dass der Gestaltfindungsprozess mit wohlbekannten Baustoffen auf gewisse Weise zu mehr oder minder vorhersehbaren Ergebnissen führt.
Ganz anders verhält es sich, nimmt man sich eines "Werkstoffes" an, der weder eingehend untersucht noch bemessen oder gar zu Gänze kalkuliert wurde. Das Entwurfsprogramm "Smart_Air" setzte sich nicht zu letzt aus diesem Grunde zum Ziel, einem solchen neuen, bis dato erst in den Anfängen untersuchten Werkstoff, näher zu rücken und ihn zum Kernthema einer zielgerichteten Gestaltungsübung zu machen. "Luft" resp. eine pneumatische Konstruktion sollte zu statisch tragfähigen und raumumschliessenden Lösungen führen, welche unter der Bezeichnung "Dach" wenn auch im weitesten Sinne, einzuordnen wären. Die nachfolgend vorgestellten Entwurfsprojekte eröffnen demnach ein weitreichendes Spektrum dessen, was eine solch luftgefüllte Textilhaut in Sachen "Dach" zu leisten vermag. Sie verweisen den Betrachter nicht nur auf den Aspekt des Temporären, welcher der Luftarchitektur gleichsam inne zu wohnen scheint, sondern sie führen auch das Moment chronologischer Abläufe im Zuge der Errichtung und Demontage in den Blickpunkt entwerferischer Betrachtung. Folgerichtig wird nicht selten eine Architektur auf Zeit, möglicherweise nur für Stunden oder gar Minuten, umrissen, ein bauliches Umfeld, das gleichsam auf Knopfdruck erwächst und ebenso rasch wieder in sich zusammenfällt. Angesichts dessen wird Architektur "tragbar" im wahrsten Sinne des Wortes. Verstaubar in der Einkaufstasche und mitunter auch schon mal größer oder kleiner, je nach Wunsch und Laune.
Darüber hinaus sind die Ergebnisse einer solchen Übung nicht mehr länger nur in Grund- und Aufriss darstellbar. Es sind Modelle und Modellstudien welche Zeugenschaft über einen Denkprozess darlegen, der neue Mittel und Werkzeuge geradezu einfordert; Sowohl in darstellerischer als auch umsetzender Weise. Hier wurde im Modell genäht, Luft eingefüllt, verklebt und selbiges letztlich auf seine Tragfähigkeit hin überprüft. Schließlich gilt: was im Maßstabsmodell nicht trägt, wird es vermutlich auch in wahrer Größe nicht tun. So leicht das Bauen mit Luft, gewichtsmäßig betrachtet, auch ist, so komplex sind doch die Vorgehensweisen, welche das Arbeiten an und mit einem "unbekanntem" Baustoff einfordern.

 

Matthäus Aschauer
Para_contract

Das pneumatische Dachelement „para_contract“ greift im Sinne parasitärer Architekturen auf vorhandene Tragstrukturen, wie Straßenlaternen aber auch Bäume zu und offeriert solcherart dem Benutzer eine rasch zu errichtende Einheit, welche primär Sonnenschutz bietet, in weiterer Folge jedoch auch als Werbe- und Präsentationsfläche einsetzbar ist. Eine pneumatische Manschette, welche mit Hilfe eines Klettverschlußbandes entlang des vorgefundenen "Tragelementes" in Position gebracht wird, fixiert die einzelnen Dachsegmente zentral. Über weitere Seile und Klettverschlüsse wird der Neigungswinkel der Dachhaut und die damit gewünschte Erscheinungsform justiert. Solcherart wandlungsfähig, offeriert „para_contract“ seine Dienste im öffentlichen ebenso, wie im halböffentlichen und privaten Raum.

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Karin Drozd
Air_waves Wasserspiele

Der Entwurf für die leichtgewichtige Entertainmentarchitektur im Bereich öffentlicher zugänglicher Badezonen setzt sich zum Ziel eine gestaltorientierte Verbindung zwischen den Elementen Erde, Luft und Wasser herzustellen. „Air_waves“ lädt den Nutzer ein, in und am Wasser zu entspannen und sich mit der pneumatischen Struktur spielerisch und ganz nach belieben auseinander zu setzen. „Air_waves“ provoziert physische Interaktionen unterschiedlichster Art und ist darob in seiner Nutzung weiter nicht vorherbestimmt.

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Arno Ebner
Pillow-Module

Das additive System großformatiger „Kissenmodule“ zielt darauf ab, Überdachungen großen Maßstabs im Bereich von Open-Air Events realisieren zu können. Einfache Transportierbarkeit und ein rascher Auf- und Abbau lassen den „Pillow-module“ als geeignete Antwort für kurzfristig geplante Veranstaltungen erscheinen. Die kreisförmigen Öffnungen, welche dem Überdachungssystem seine charakteristische Gestalt verleihen, ermöglichen sowohl die Anbindung der Tragstützen, als auch die Einbringung diverser Zusatzelemente wie „Boxen“ und Lichtelemente.

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Jürgen Fedele di Catrano
Tetrapod Wie es (euch ge)fällt

Der Entwurf zielt darauf ab, die Vorzüge der pneumatischen Architektur mit jenen des Modulbaues zu vereinen und solcherart einen luftgefüllten, denkbar vielfältig einsetzbaren „Baustein“ zu entwickeln. Die gewählte Form des Tetrapods ermöglicht dem Einzelelement, in jeder gewünschten Lage zu liegen, wie auch zu stehen. Darüber hinaus gestattet das Grundelement vielfältigste Möglichkeiten der Kombination. Die Einzelteile des Bausteins bleiben darüber hinaus im Schadensfall austauschbar.

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Theresa Graff
Klick

Das bogenförmige Überdachungssystem „Klick“ zielt auf Veränderbarkeit und Anpassungsfähigkeit ab. Dies sowohl hinsichtlich des Nutzers, als auch des vorgefunden Terrains. Unter Zuhilfenahme der namensgebenden „Klick“-Technologie kann eine von Mal zu Mal unterschiedliche geformte Bogenausbildung realisiert und fixiert werden. Verbindende aufblasbare Abstandskissen dienen der Stabilisierung der gewählten Konfiguration. Addierbarkeit und die Fähigkeit zur Veränderung charakterisieren das vorliegende Dachsystem.

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Hakima Hariri
Triangul.AIR

Das Dach-Wandelement "Triangul.AIR" setzt sich aus einem an sechs Punkten geknickten, pneumatischen Rahmen und einer zusätzlichen Bespannung in Dreiecksformation zusammen. Jeweils drei Eckpunkte des Rahmens bilden via eigens entwickeltem Zuschnitt einen 90 Grad Winkel heraus. Drei weiter Eckpunkte der Struktur sind hinsichtlich ihrer Winkelausbildung frei zu gestalten. Unterschiedliche Bespannungen und die Möglichkeit stellenweiser Bedruckbarkeit des "Segels" gestatten eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten sowohl im Innen- als auch im Außenraum.

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Joachim Hölzl
ChAIR

„ChAIR“ versteht sich als pneumatische Präsentationseinheit im Bereich des Fußballsports. Die gewählte Form welche in Anlehnung an die Gestalt eines Fußball entwickelt wurde fungiert nach Aufstellung vor Ort als deutlich sichtbares Zeichen und Anlaufpunkt für Fussballsportbegeisterte. Konzipiert als szenegerechter Interiewrahmen erscheint es nur allzu klar, daß die Einheit mit einer umlaufenden zum Publikum hin geöffneten Sitzbank ausgestattet ist. Sämtliche Teile der mit einem permanenten Gebläse ausgestatteten Einheit verschwinden nach Gebrauch in der als Podest genutzten Transportbox.

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Ernst Kohlweiss
Change material

Der Entwurf setzt auf die Umsetzung eines HP-Schalendaches in Form luftgefüllter Einzelröhren, welche durch Aneinanderreihung die beschriebene Dachfiguration nachzeichnen. Solcherart wird die bekannte Form des Hyperboloiden Paraboloids auf ein neues Material übertragen. Die dabei überspannte Grundfläche erlaubt es, die einzelnen Dachsegmente additiv aneinanderzufügen und damit in ein größeres Ganzes zu integrieren. Je nach Wunsch und Verwendungszweck können die einzelnen Röhrenelemente darüber hinaus einfärbig, bunt oder auch transparent gestaltet werden.

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Michael Murauer
Stadtausschnitte

Der Entwurf trachtet danach eine Art Abbild eingehüllter Luft zu generieren und solcherart die Materie Luft als betretbares Objekt umzusetzen. Das hierzu entwickelte Objekt "Stadtausschnitte" ist für den städtischen Raum konzipiert und soll Passanten als eine Art überdimensionales Sehgerät dienlich werden. Die eingearbeiteten Öffnungen rahmen dabei die Umgebung für den Betrachter im Inneren. Darüber hinaus können einzelne Öffnungen wahlweise mit Membranen geschlossen werden.

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Doris Ossberger
[JOHANN]

„JOHANN“ wurde als raumbildendes und Schattenspendendes Dachelement entwickelt, dessen Einsatzort im Bereich urbaner „Schanigärten“ zu suchen ist. Unter Zuhilfenahme einer Bierkiste, welche JOHANN durch ihr Eigengewicht am Boden fixiert, wird ein überaus leichtgewichtiges mobiles Dachsignet entwickelt welches sowohl einzeln als auch im Ensemble zur Aufstellung gebracht werden kann. Solcherart erlaubt JOHANN die bewußte „Verzahnung“ ebenso wie er in Kombination mit „systemfremden“ Möbeln einen bewußten Akzent zu setzen weiß.

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Nina Pokorny
Flying Balloons „Create your own balloon roof“

Der Entwurf zielt auf die Entwicklung eines mehr oder minder freigestaltbaren Partydaches ab. Einzelne Luftballoons werden hierzu in eine vorperforierte Oberfläche eingeschoben und aufgeblasen. Zuvor wird die Basisstruktur mittels eines Haken und Karabinersystems an der Wand befestigt. Die Möglichkeit das Dach nach eigenen Wünschen mit Ballons zu bespielen, läßt es für den Partyeinsatz sowohl Innen als auch Aussen geeignet erscheinen.

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Florian Scartezzini
CoolDown

Der rasch zu errichtende „CoolDown“ fungiert als urbaner Strandkorb, welcher den Passanten einlädt, sich für einen Moment fallen zu lassen und zu rasten.
Das pneumatische Objekt kann ungeachtet der Umgebung in kürzester Zeit und ohne größeren Kraft- und Zeitaufwand zur Errichtung gebracht werden. Hierzu werden zwei Zugstangen in die seitlichen Membranwände eingeführt und die Kissen mit Luft gefüllt. Lediglich das Sitzelement erfährt aus Stabilitätsgründen eine Wasserfüllung.

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Erwin Stammler
Low Trek

„Low Trek“ wurde als leichtgewichtiges Wanderzelt entwickelt, welches aufgrund seiner Struktur auf sperrige Steckstangen und Schienen verzichten kann und darüber hinaus auch noch an Packgewicht spart. Durch die Verwendung von in Kammern eingelegten handelsüblichen Luftballons und deren Verbund untereinander stabilisiert sich die Konstruktion gleichsam von selbst. Dem nicht genug wirken die Ballons zudem als Isolationskörper. Nichts desto trotz entsprechen die eingesetzten Deckmaterialien den weiterführenden Anforderungen an einen erhöhten Wetterschutz.

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Christoph Sulyok
flap the >boxx

Eine vergleichsweise flache Box (250/250/45 cm), wahlweise aus Holz oder Metall in Rahmenbauweise ausgeführt, fungiert als öffenbare “Verpackung” für ein Luft gefülltes temporäres Innenleben, das in verschiedensten Ausführungen unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten offeriert. Darüber hinaus erlauben die aufblasbaren Pneus eine Bedruckung ihrer Oberfläche im Sinne eines Werbeträgers. In geschlossenem Zustand dient das urbane Möbel als Sitz- und Liegelandschaft, als öffentliches Podest oder Tanzfläche. Im Zustand der Öffnung stellt es sich als überdachte Wartezelle, als Marktstand, als Sitzkoje und vieles mehr dar.

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   Beratung: Dr. Wolf-Michael Tschuppik, Kontakt: www.rohtangarchitects.com
   Beratung: Dipl.-Ing. Richard Egger, Kontakt: richi@endeffekt.at
   Aufnahmen: Markus Ziegelwanger, Kontakt: photographer@blax.at
   Webdesign: multivitamedia Markus Piribauer, Kontakt: www.multivitamedia.at