ao.Univ.-Prof.Dr. Bob Martens - Entwerfen WS 04/05

recycle-it

 

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Ausgewählte Projekte:

> Andreas Hans
> Clemens Hoefelsauer
> Marion Horvath
> Lisa Maresch
> Claudia Meixner
> Bernd Oberwinkler
> Judith Reiterer
> Thorsten Rolek
> Eva Schlögl
> Eva Maria Schmall
> Sebastian Schubert
> Christian Staudinger
> Julia Steinbauer

This design programme focuses on the development of furniture prototypes. Participants are expected to consider a broad range of raw materials and semi-finished products available in Austrian DIY stores, but can also "recycle" objects. Methodological approaches such as unintended or unanticipated uses of objects should also be part of the design. It is important that materials should not be used vicariously but should be integrated into a gestalt-oriented approach. The project is not expected to end in a DIY exercise but should lead to constructive developments.


AUFGABE

Das Entwurfsprogramm konzentriert sich auf die prototypische Entwicklung von Mobiliar. Wesentlicher Ausgangspunkt der Überlegungen soll einerseits die Nutzung des breiten Angebots an Rohmaterialien und Halbfabrikaten in den heimischen Baustoffmärktensein, andererseits können aber auch Objekte und Gegenstände „recycliert“ werden. Der “Low-Budget-Anspruch” stellt sich damit zwangsläufig in dem Mittelpunkt des spezifischen Blickfeldes. Dennoch sind auch methodische Ansätze, wie z.B. Verfremdung und Zweckentfremdung in den Entwurf miteinzubeziehen. Die zum Einsatz gebrachten Materialien sind jedenfalls nicht als Platzhalter zu verstehen, sondern in eine gestaltorientierte Vorgehensweise zu intergrieren. Diese soll jedenfalls nicht im Bastelstadium enden, sondern zu einer konstruktiven Entwicklung führen. Möbelgestaltungen können grundsätzlich als ureigene Architekturaufgabe betrachtet werden, wobei der Realitätsbezug einen besonderen Stellenwert hat: Mittels realer Materialien werden wirkliche Objektgestalten konstruiert, um anschließend von funktionstüchtigen menschlichen Körpern getestet zu werden. Eine solche Arbeit am Modell in wahrer Größe führt dazu, daß die dem Material innewohnenden Möglichkeiten und Beschränkungen kontrolliert werden. Beim praktischen Umgang mit dem Material werden einschlägige Entscheidungen getroffen und auf diese Weise eine Auseinandersetzung mit Fragen zur Gestaltentwicklung gefördert. Das substantielle Zusammenwirken von Form, Material und Farbe ist schließlich eine Kernaufgabe der Raumgestaltung. Die Mobilität jedenfalls sollte im Zuge der Entwurfserarbeitung nicht aus dem Auge verloren werden.

LEISTUNGSUMFANG

Eine Recherche nach Rohmaterialien und Halbfabrikaten und/oder geeigneten (recyclierten) Artefakten stellt den Ausgangspunkt der Übung dar, welche als Grundlage für die zu erarbeitenden Konzepte dient. Die Entwurfsvorschläge sind in Form eines oder meherer Prototypen in wahrer Größe zu erarbeiten.

RESÜMEE

Die vorgestellten Möbelentwürfe zeigen auf, in welch vielfältiger Art und Weise bis dato „unbeachtet“ gebliebene Basismaterialien eingesetzt werden können, um letztendlich visuell, wie auch funktional interessantes Mobiliar daraus zu entwickeln. Ob Wäscheständer, Bierdeckel, Kleiderbügel, Montagebänder oder Autoreifen, immer wieder entstehen vor unseren Augen Möbelobjekte, die zu überraschen vermögen und die ursprünglich zugewiesene Funktionsweise von einem auf den anderen Moment in den Hintergrund drängen. Der Kleiderbügel ist damit nicht mehr länger ein Instrumentarium in Sachen Aufhängung und Lagerung, sondern wird zum repetitiv eingesetzten Bestandteil eines Objektes, welches zum Sitzen einlädt. So wird aus Schwamm und Bewehrungsstahl ein komfortables und nicht minder elegantes Sitzmöbel und aus Abflussreinigern und einer Getränkekiste ein originell anmutender Sitzhocker. In jedem Fall entwickeln sich eigenständige Gestaltbildungen, die solcherart ihre eigene Ästhetik zu entwickeln vermögen.
Der eingesetzte Basiswerkstoff wird hierzu hinsichtlich seiner statischen wie funktionellen Charakteristiken untersucht, und seiner neuen Aufgabe, resp. seinem neuen Einsatzgebiet zugeführt. Materialien die geeignet sind Druck aufzunehmen, übernehmen in Folge dessen lastabtragende Funktion, wohingegen auf Zug zu belastende Elemente in eben diesem Sinne ihren Einsatz finden. Die ursprüngliche Bedeutung, wie auch die originale Funktionsweise werden dabei zur Gänze hintangestellt, mehr noch, in manchen Fällen sogar ins Gegenteil verkehrt. Der Werkstoff wird solcher Art von seiner Bedeutung befreit und ist fortan in der Lage neu bewertet, wie auch betrachtet zu werden. Im Zuge dieses Arbeitschrittes erfährt er gleichsam eine Art Neutralisierung. Nur auf Grundlage dessen, kann er in weiterer Folge seine neue Funktion und Rolle einnehmen. Gelingt dieser Vorgang, handelt es sich nicht mehr länger um Baustahl, aus welchem ein Möbel gefertigt wurde. Vielmehr ist der Betrachter überrascht an einem Möbel einen anderweitig bekannten Werkstoff zu entdecken...

 

Andreas Hans
Abfederungsmassnahme

[Einsatzteile einer Federkern-Matratze: Polsterer-Federn, Spiralfedern; Hanfschnur]

Der Einsatz einer Federkern-Matratze wird unter Beibehaltung der einfachen Verbindung - Federschnecken werden durch lange Spiralfedern miteinander"verschraubt" - in Segmente unterteilt, diese jeweils zu einem kreisförmigen Element verbogen und mit Bindegarn fixiert. Mehrere Etagen dieser Elemente ergeben zusammengebunden die "Abfederungsmaßnahme", ein Sitzobjekt, das durch seine Flexibilität den Sitzenden ständig in Bewegung hält und dabei dessen Rücken trainiert.

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Clemens Hoefelsauer
Roll On!

[Altreifen, Verbindungsmittel]

Autoreifen werden ihrem gewohnten Umfeld entzogen, verändert und zum Besitzen freigegeben. Es entsteht ein junges, dynamisches Möbel, das seine Qualitäten erst während des Gebrauchs offenbart. Gezielte Interventionen erzeugen ein unerwartetes, neuartiges Sitzgefühl. Die dem Reifen innewohnende runde Form ermöglicht einfachen Transport und fordert zugleich aktives Sitzen um nicht davonzurollen. Bei Bedarf binden Unterlagskeile - Roll On! - an den gewünschten Platz. Aufgrund der Witterungsbeständigkeit ist das Möbel für Innen und Außen geeignet.

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Marion Horvath
Werkzeugsessel

[Tischlerwerkzeug, Holz, Sägen, Schneeschaufel]

Die Idee für den vorliegenden Prototypen war, alte nicht mehr verwendete Werkzeuge einer Nutzung zuzuführen. Das Sitzmöbel, gefertigt aus Tischlerwerkzeug, wird zu einer formstabilen Einheit umgearbeitet. Die Füße werden von einer Sichel, zwei Haken sowie einem Hakenstiel geformt. Eine der beiden Armlehnen enttarnt sich als Raubank. Aussteifungen werden durch Hämmer oder Sägen sowie Holzlineale gebildet. Als Sitzfläche selbst dient eine Holzschneeschaufel ausgebildet. Alle Verbindungen wurden mittels Holzdübeln oder Schrauben ausgeführt.

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Lisa Maresch
Kleiderbügel-Garderobe

Drahtkleiderbügel, so wie sie in Putzereien Verwendung finden, werden mittels speziellen, unterschiedlichen Wickeltechniken auf Gewindestangen fixiert. Diese sind mit einer u-förmigen Blechkonsole an der Wand befestigt. Der Drahtbügel wird, im Gegensatz zur bisherigen Nutzung, um 180° gedreht positioniert. Durch den Einsatz von Gewindestangen ist eine exakte, unverschiebliche Verbindung gewährleistet. Die dichte Reihung der Drahtstäbe lässt eine waagrechte Ablagefläche entstehen.

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Claudia Meixner
Falter

[Karton, Stoff]

Ausgehend vom flächigen Material Karton wird ein Volumen zum Sitzen geschaffen welches aus einzelnen Kartonplatten, die in Form geschnitten werden, definiert wird. Die einzelnen Platten werden durch ein simples Steckprinzip zusammengehalten. Spezielle Elemente ermöglichen es, das Sitzmöbel auf einen Bruchteil des entfalteten Volumens zu reduzieren, was unterschiedliche Sitzbreiten ermöglicht. Nach Gebrauch kann es Platz sparend in der Wohnung verstaut werden.

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Bernd Oberwinkler
GEbügelT

Das Liegeobjekt besteht aus Hartplastikkleiderbügeln, dem Gestell eines PC-Tisches und handelsüblichen Gepäckgurten. Die eingesetzten Kleiderbügel folgen in ihrer Form nicht nur den Schultern eines Menschen, sondern ergeben bei genauer Betrachtung auch eine optimale Unterstützung für Kniekehle, Ellenbogen etc. Die Kleiderbügel werden mittels Verschraubung oder Stecken aneinandergereiht.

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Judith Reiterer
TonnenTruhe

[Material: Kunststofftonne 200l; Scheibtruhe]

Das Kunststoffaß bildet das Ausgangsmaterial. So wurde die 200l Tonne um den Innenraum zugänglich und als Sitzfläche nutzbar zu machen aufgeschnitten und verbogen sowie im Anschluss auf den Unterbau einer Scheibtruhe montiert. Die Griffe der Scheibtruhe wurden vom ursprünglichen Einsatzort entfernt und an anderer Stelle zur Stabilisierung des Tonnensitzes neu montiert. Die den hier verwendeteten Gegenständen eigene Materialsprache wurde beibehalten, lediglich Anordnung sowie Nutzung wurden neu interpretiert.

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Thorsten Rolek
Wine-Butler

[Montageband, Schrauben + Muttern]

Der "Wine-Butler" ist ein Weinregal, das durch seine spiralförmige Wicklung eine scheinbar filigrane und leichte Konstruktion darstellt. Durchh seine Aussteifung an den Seiten erweist er sich als äußerst stabil und robust. Das Regal erfüllt zwei Funktionen: Einerseits die Aufgabe des "Aufbewahrens" und andererseits die Funktion des "Tragens". Hiebei wird das Regal soweit verwandelt, dass es als "Einkaufstasche" für Weinflaschen verwendet werden kann.

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Eva Schlögl
Untersetzer

[Geflecht aus Bierdeckeln, Wäscheständer]

Ausgangsidee für den Entwurf ist es, Materialien zum einsatz zu bringen, welche einerseits "bekannt" und üblich sind und andererseits auch billig, oder sogar gratis erhältlich sind. Die Sitzfläche bildet ein Geflecht aus Bierdeckeln, das mit Ösen versehen und mit Spagat untereinander verbunden ist. Das Gestell, in das jenes Geflecht gehängt wird, besteht aus einem handelsüblichen Wäscheständer, dessen Klappbarkeit weiterhin für den Sessel gewährleistet bleibt.

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Eva Maria Schmall
Duo Dynamic

"Der Kauf eines schnittigen Mountainbikes mag schon des öfteren zum Entsorgen des fahrtüchtigen Damenrades animiert haben, unabhängig davon, ob man je einen Berg befahren wird oder nicht. "Die Grundfläche und gedrehte Deckfläche des Sitzmöbels setzt sich aus Damenradfelgen zusammen. Die Speichenauswechslung wird dabei in ein dreidimensionales, statisches System zwischen zwei Ringen verwandelt, da jeder "Knoten" der Sitzfläche dreiecksförmig und biegesteif mit den "Knoten" der Basis verbunden ist. Die hyperpolische Anordnung der geraden Stäbe und die Skelettbauweise erzeugen eine geschwungene Oberfläche. Für das Tischobjekt wurde eine Grundfläche und parallele Deckfläche aus Kinderradfelgen gewählt.

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Sebastian Schubert
[broom_me_up!]

Einen Besen hat jeder von uns schon mal in der Hand gehabt. Aber auf einem gesessen? broom_me_up! bietet ein völlig neues Sitzgefühl. Harte Borsten, weiche Borsten, Kunststoff, Kokos, Rosshaar. Für jeden Geschmack, jeden Komfort und jedes Budget gibt es den passenden Besen. Die Unterkonstruktion sorgt für sicheren Halt, die Höhenverstellbarkeit ermöglicht eine Anpassung an jede Körperform, und in Kombination mit dem Lochraster eröffnen sich unbegrenzte Möglichkeiten hinsichtlich Form und Liegekomfort.

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Christian Staudinger
sponge_rg160

Ausgangspunkt für diesen Entwurf war der schwammartige Bezug eines Maurerreibbretts, das bei der Suche nach geeigneten Materialien in einem Baumarkt entdeckt wurde. In Kombination mit dem für die Unterkonstruktion verwendeten Bewehrungsstahl entsteht ein einfaches, filigranes, und doch sehr stabiles Sitzmöbel. Der Kontrast zwischen den beiden Materialien - zum einen der harte, schlank dimensionierte und unbehandelte Bewehrungsstahl, zum anderen der weiche, elastische Schwammgummi - machen den Reiz des Entwurfes aus.

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Julia Steinbauer
rohr_Frei

[Abflussreiniger, Getränkekiste, Acrylglas-platten]

Altbekannte Abflussreiniger bilden die Grundlage für diesen Hocker. Die vakuumbildende Saugwirkung des Reinigers wird dabei zu einer Federung umfunktioniert, eine Acrylglas-Platte zwischen Be-sitzer und Reiniger sowie eine zwischen Boden und Reiniger sorgen für gleichmässige Gewichtsverteilung und verhindern unerwünschtes Festsaugen. Die Getränkekiste sorgt für die nötige räumliche Stabilität und hält die Einzelelemente an Ort und Stelle - die Schraubverbindungen sind "gleitend" und schränken somit die Federbewegung nicht ein. Insgesamt ergibt sich ein dynamisch federnd-wippendes Sitzgefühl.

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      Beratung: Dr. Wolf-Michael Tschuppik, Kontakt: www.rohtangarchitects.com
   Aufnahmen: Markus Ziegelwanger, Kontakt: photographer@blax.at
   Webdesign: multivitamedia Markus Piribauer, Kontakt: www.multivitamedia.at