ao.Univ.-Prof.Dr. Bob Martens - Entwerfen WS 03/04

Sports in Town

 

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Ausgewählte Projekte:

> Herbert Berger
> Richard Egger
> Bettina Glatzmeier
> Thomas Hanreich
> Georg Niessner

The starting point for the strategic and design-related reflections on this topic is the listed building housing the Akademisches Gymnasium on Beethovenplatz. Behind a picturesque façade one finds, among other things, two rooms used as gyms whose functionality and dimensions seem to call for revision. Restrictive legal provisions related to the listed building and very restrictive expansion potential seem to suggest a "sub-terra" architectural intervention and/or shifting the functions to some other facility within walking distance. A question to be discussed is the potential value added by outsourcing the sports facilities.


AUFGABE

Als Ausgangspunkt strategischer, wie raumgestalterischer &&Üuml;uml;berlegungen zu diesem Thema, dient das denkmalgeschützte Gebäude des Akademischen Gymnasiums am Beethovenplatz (http://www.akg.asn-wien.ac.at) Hinter einer pittoresken Fassadenwelt verbergen sich unter anderem zwei als “Turnsäle” in Betrieb befindliche Räume deren Funktionsweise sowohl in ihrer Funktion, als auch in ihrer Dimension mehr als hinterfragenswert erscheinen. Restriktive Auflagen hinsichtlich des Denkmalschutzes als auch äußerst beschränkte räumliche Erweiterungsmöglichkeiten werfen den Gedanken an eine architektonische Intervention “sub terra”, wie auch an eine etwaige Auslagerung in das fußläufige Umfeld auf. Im besonderen stellt sich dabei die Frage nach dem etwaigem Mehrwert einer solchen ausgelagerten Sporteinrichtung ein. Sollte es möglich sein, auch zahlendes Publikum außerhalb der Schulzeit anzulocken? Wie könnte sich eine Architektur der Bewegung im innerstädtischen Raum manifestieren? Auf welche Weise ist das Konfliktpotential zwischen zeitgemäßen Raumanforderungen und dem historisch-denkmalgepflegten Ambiente zu bewältigen? Die Herausforderung des Programmes besteht somit einerseits in der Neuinterpretation des Bewegungsraumes, als auch andererseits im Umgang mit dem “geschützten” und konservierten Umfeld.

LEISTUNGSUMFANG

Gefordert ist die Erarbeitung eines Konzeptes für die gegenständliche Problemstellung. In weiterer Folge ist die Umsetzung des Entwurfes im Maßstab 1:100 (Plandarstellung, Modellbau) zu erbringen. Darüberhinaus sind charakteristische Bereiche im Maßstab 1:20 darzustellen. Die Entwurfsübung kann sowohl als vier-, wie auch als achtstündiges Programm oder auch als Kombination (4+8=12 Stunden) absolviert werden.

RESÜMEE

Sportliche Aktivitäten sind mitunter durchaus in der Lage einem Gebäude, welches einem solchen Zweck gewidmet ist eine ganz eigene Prägung zu verleihen. Auf die eine oder andere Weise läßt sich der spezifischen Bewegung huldigen oder bloß der körperlichen Aktivität im Allgemeinen ein dynamisches Zeichen entgegensetzen. Sport ist jedenfalls in der Lage sich durch einen Baukörper „Gehör“ zu verschaffen. Die vorgestellten Entwürfe, vor allem die freistehenden Beiträge, führen dies nur allzu klar vor Augen. Zwar wird beispielsweise im Projekt von Herbert Berger die Kubatur in eine aufgeständerte Box verbannt, jedoch zeichnet die zweischichtige Fassade schemenhaft die Bewegungen im Inneren nach und wird stellenweise im Sinne eines Infoscreens bespielt. Der Gläserne Kubus wird damit im besonderen Maße bei Nacht zum Eyecatcher und urbanen Ereignis. Anders setzt Richard Egger den städtischen Turnraum in Szene. Sein ebenfalls freigestellter Entwurf ist auch an der Aussenoberfläche unmittelbar sportlich bespielbar. Das Basketballfeld auf dem Dach unterstreicht da lediglich noch die vorherrschende Grundidee das Gebäude selbst zur Bühne für allerlei sportliche Aktivitäten werden zu lassen. Der Mov´in Tube, der dritte freistehende Entwurf, läßt das Gebäude selbst als eine Art überdimensionales Sport- resp. Fitnessgerät erscheinen. Ein lichtdurchlässiger Sportparcours umgrenzt zwei Spielflächen und erlaubt, das großformatige Gebäude wie ein vergrößertes Spielgerät zu sehen.
Jene beiden Entwürfe, die sich in den Umgrenzungsmauern des bestehenden Schulbaues eingliedern, finden im Wesentlichen im Bereich des Schulhofes zu spezifischem Ausdruck. Ist das Projekt von Thomas Hanreich noch charakterisiert durch eine verhältnismäßig zurückgenommene Architektursprache, so erweist sich Georg Niessners Konzept eines dreidimensional ausgeformten Dachgebildes bereits als Akrobat innerhalb des Bestandes. Wird also im zweiteren Fall der bestehende Hof mitsamt den angrenzenden Fassaden auf geradezu artistische Weise einer Neubetrachtung unterzogen, so ist es in ersterem Projekt vorrangiges Anliegen die bestehende Charakteristik weitgehend unberührt zu lassen, wenngleich die Erweiterung des Innenraumes zweifellos eine wesentliche Veränderung des räumlichen Gefüges darstellt. Allen hier vorgestellten Projekten ist jedenfalls zu eigen, dass sie dem möglichen Nutzer nicht bloß die Möglichkeit zur Ausübung des Sportes offerieren sondern zeitgleich auch eine Erweiterung bisher bekannter Blickperspektiven eröffnen. Der architektonische Raum, resp. die Architekturgestalt wird damit gleichsam selbst zum Ereignis, wodurch die bauliche Struktur bereits von sich aus ein gewisses Grundmaß an Aktivität einfordert.

 

Herbert Berger
Go sports


Vorliegender Entwurf, sieht die Errichtung der Turnhalle mitsamt den zugehörigen Einrichtungen außerhalb des be­ste­henden Schulgebäudes vor. Als Standort wurde die unmittelbar angrenzende Verkehrsfläche gewählt. In Form einer auf­gestelzten transluzenten Box erscheinen die Vorgänge im Inneren wie in einer überdimensionalen Stadtvitrine. Bei Nacht wird der ausgegliederte und lediglich durch eine gläserne Brücke mit dem Schulbauwerk verbundene Turnsaal zum leuchtenden Zeichen innerhalb des Verkehrstroms. Teilstücke der Außenwand fungieren darum auch im Sinne von Informationsscreens.

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Richard Egger
Mixed Double


Ziel des Entwurfes ist es, den vorgesehenen Turnsaal denkbar vielfachem Nutzen zuzuführen. Angesiedelt im Bereich des Grün­streifens zwischen Beethovenplatz und Eislaufverein wird ein ge­wünschtes Nahverhältnis zu zweiterem bereits mehr als deutlich. Neben der Situierung gilt das Augenmerk der eigent­lichen Saalhülle. Laufbahn und Basketballfeld am Dach bzw. Klet­tergarten an der Vorderfront aber auch die Integration aus­gewählter Turngeräte im Bereich der Deckenkonstruktion tra­gen im Sinne einer gebauten Sportgerätschaft die Funktion des Gebäudes nach Aussen. Der ausgegliederte Garderobentrakt steht dem kompakten Turnsaalvolumen kontrapunktisch entgegen. Seine Kleinteiligkeit übernimmt die Aufgabe zwischen dem ab­ge­treppten Vorplatzbereich und der Umgebung zu vermitteln und den Gedanken einer bespielbaren Bühne auch über das Gebäude hinaus zu tragen.

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Bettina Glatzmeier
Mov´in Tube


Einzelne Turngerätschaften werden in Form eines räumlich erlebbaren Parcours um zwei mehrfach nutzbare Spielfelder gelegt. Die resultierende Gestalt gleicht einer in sich verwundenen Röhre, deren Aussenhaut sich von Mal zu Mal zu verengt oder auch zu erweitert. Unterhalb des erhöhten Kreuzungspunktes wird der Foyer- als auch der Garderobenbereich angesiedelt. Die gezielt zum Einsatz gelangende Beschaffenheit der Gebäudehülle gewährleistet schemenhafte Einblicke in und Ausblicke aus dem Sportfeld zwischen zwei Fahrbahnen. Des Nächtens verwandelt sich die Anlage in ein schimmerndes Zeichen, welches Neugier erweckt.

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Thomas Hanreich
Glass_Floor


Die Grundidee zu vorliegendem Entwurf liegt in der Schaffung einer abgesenkten Raumfolge unterhalb des bestehenden Hofniveaus. Bereits bestehende Räumlichkeiten werden dazu im Sin­ne von Gymnastik, Tischtennis und Geräteturnen vor­ge­schla­gen. Der neu geschaffene zentrale Turnsaal wird hingegen mit einer gläsernen Decke ausgestattet, welche zum einen das his­torische Fassadenbild auch aus dem Innenraumbereich weiter­hin erlebbar belässt, als auch dem Hofraum mit einer neu­en Charakteristik versieht. Solcherart entstehen gleichsam zwei Ebenen, welche einer neuen Nutzung unterzogen werden kön­nen. Um das höher gelegene Niveau auch ganzjährlich nutzbar zu machen wird eine zweite gläserene Ebenen knapp unterhalb des Traufen­bereiches eingerichtet.

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Georg Niessner
Blow´up


Das Projekt sieht vor, die notwendigen Räumlichkeiten unterhalb des bestehenden Hofniveaus anzusiedeln und gleichzeitig eine neue Dachstruktur in den historischen Hofraum zu implementieren. Der dichten Packung unterirdischer Räumlichkeiten wird damit gleichzeitig ein „schwebeleichtes“ Dachkonstrukt entgegengesetzt, das ganz bewusst um Eigenständigkeit ringt. Das Implantat rückt damit ein darüber wie auch ein darunter ins Bewusstsein, welches die Betrachtung der bis dato bestehenden Architekturkonfiguration in ein neues und erweitertes Feld rückt.

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                  Beratung: Dr. Wolf-Michael Tschuppik, Kontakt: www.rohtangarchitects.com
   Aufnahmen: Markus Ziegelwanger, Kontakt: photographer@blax.at
   Webdesign: multivitamedia Markus Piribauer, Kontakt: www.multivitamedia.at