ao.Univ.-Prof.Dr. Bob Martens - Entwerfen WS 01/02

PROTO_TYP

 

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Ausgewählte Projekte:

> Ernst Kohlweiss
> Barbara Larndorfer
> Dagmar Mayrhofer
> János Papp
> Alfred Pfaffenbichler
> Martin Reis
> Katrin Schärf
> Michael Schwarzhans
> Margarete Seyr
> Robert Stiebitz
> Bernhard Trummer
> Stefan Wendt

This design programme focuses on the development of furniture prototypes. Participants are expected to consider a broad range of raw materials and semi-finished products available in Austrian DIY stores, but can also "recycle" objects. Methodological approaches such as unintended or unanticipated uses of objects should also be part of the design. It is important that materials should not be used vicariously but should be integrated into a gestalt-oriented approach. The project is not expected to end in a DIY exercise but should lead to constructive developments.


AUFGABE

Das Entwurfsprogramm konzentriert sich auf die prototypische Entwicklung von Mobiliar. Wesentlicher Ausgangspunkt der Überlegungen ist die Nutzung des breiten Angebots an Rohmaterialien und Halbfabrikaten in den heimischen Baustoffmärkten. Der “Low-Budget-Anspruch” stellt sich damit zwangsläufig in dem Mittelpunkt des spezifischen Blickfeldes. Jedoch auch methodische Ansätze, wie z.B. Verfremdung und Zweckentfremdung, sind zu beachten. Dennoch sind die verwendeten Materialien nicht als Platzhalter zu betrachten. Gefragt ist letztlich eine gestaltorientierte Vorgangsweise, welche nicht im Bastelstadium endet, sondern eine konstruktive Entwicklung erfährt. Möbelgestaltungen können grundsätzlich als ureigene Architekturaufgabe betrachtet werden, wobei der Realitätsbezug einen besonderen Stellenwert hat: Mittels realer Materialien werden wirkliche Objektgestalten konstruiert, um anschließend von funktionstüchtigen menschlichen Körpern getestet zu werden. Die Arbeit am Modell in wahrer Größe führt dazu, daß die dem Material innewohnenden Möglichkeiten und Beschränkungen kontrolliert werden. Beim praktischen Umgang mit dem Material sollen einschlägige Entscheidungen getroffen werden. Auf diese Weise wird eine Auseinandersetzung mit Fragen zur Gestaltentwicklung gefördert. Das substantielle Zusammenwirken von Form, Material und Farbe ist schließlich eine Kernaufgabe der Raumgestaltung.

LEISTUNGSUMFANG

Eine Recherche nach Rohmaterialien und Halbfabrikaten stellt den Ausgangspunkt der Übung dar, welche als Grundlage für die zu erarbeitenden Konzepte dient. Die Entwurfsvorschläge sind in weiterer Folge im Maßstabsbereich 1:20 bis 1:1 anzusiedeln. Raumgestalterische Belange (Details, Bemusterungen, etc.) und der umgebende Raum sind im Maßstab 1:20 darzustellen. Es sind überdies Prototypen in wahrer Größe zu erarbeiten.

RESÜMEÉ

Betrachtet man die vorliegenden Möbelentwürfe, so überrascht die Bandbreite der Arbeiten hinsichtlich Materialwahl und Entwurfsansatz. Installationsrohre mitsamt den seriell gefertigten Isolierungen mutieren zum beinahe selbverständlichen Liege- und Sitzobjekt, das sich sogleich im Garten wiederfindet, ohne dabei im wesentlichen verändert zu werden, wohingegen Bewehrungsstahl nahezu „blitzartig“ im Wohnzimmer erscheint und mitsamt dem verarbeiteten Absperrband sichtlich um Aufmerksamkeit bittet. Industrielle Gitterroste erfahren die Verwandlung zum luftigen Gartenstuhl und Fassadenplatten bringen kühle Noblesse an den heimischen Esstisch. Materialien aus dem Baumarkt neue Gestalten abzuringen, verlangt dem Entwerfenden Fantasie und Geschick ab. Tritt beides in Erscheinung entstehen zuweilen ungewohnte, nie dagewesene, mitunter sogar ungeahnte Möglichkeiten.

 

Ernst Kohlweiss
BOX


Ein verwandlungsfähiges Kleinstmöbelensemble für das Kinderzimmer. Zugleich Stauraum bieten zu wollen, wie auch ein veränderungsfähiges Sitz- und Tischmöbel zu entwickeln, galt als Prämisse für den vorliegenden Entwurf. Die mit Schlitzen versehenen Seitenflächen des größeren Kubus bilden einerseits einen leichtgewichtigen Hohlkörper aus, andererseits wird eine nachhaltige Belüftung gewährleistet. Die beiden räumlich abwickelbaren Objekte, dienen somit als Staubox, Beistelltisch oder Untergestell mit Seitenklappe.

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Barbara Larndorfer
Skin To Cube


Einen Schaukelstuhl der etwas „anderen Art“ verkörpert der aus Blitzstahl mitsamt den zugehörigen Klemmen und einem Möbelgurt gefertigte Prototyp. Aus einem durchgehenden Stück Blitzstahl gefertigt entwickelt das Sitzmöbel eine erstaunliche Stabilität. Der zusätzlich aufgebrachte Möbelgurt bildet die Sitzfläche heraus. Um den oberen Ring genäht, gehen sie eine gestalterische Einheit mit dem Unterbau ein und lassen eine Idee zur Benutzbaren Materialassemblierung werden.

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Dagmar Mayrhofer
Outdoor


Feuerverzinkte Gitterroste bilden den Ausgangspunkt des vorliegenden Entwurfes zu einem Gartensitzmöbel heraus. Ihrer Witterungsbeständigkeit und Leichtigkeit wird mittels zusätzlich beigefügter Rohrisolierungen aus Schaumstoff das Attribut Besitzbarkeit abgerungen. Durch den umlaufenden zusammengeschschweißten Alurahmen wird sowohl für Stabilität als auch eine saubere Kante gesorgt. Die Rohrisolierungen verleihen dem Möbel letztlich den unverwechselbaren Charakter und gewährleisten ein komfortables Sitzen.

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János Papp
Faltmöbel


Jean Nouvels Konzerthaus in Luzern besticht durch ein weit in den Raum auskragendes glänzendes Dach. Die Untersicht des Daches ist aus einem Sandwichmaterial gefertigt, welches auch bei vorliegendem Sitzmöbel zum Ausgangspunkt der Überlegungen wurde. Der Zusammenhalt der einzelnen Plattenelemente wird durch umfassende Aluminiumprofilleisten gewährleistet. Seine Steifigkeit erhält das Möbel jedoch erst durch die Faltung der einzelnen Plattenelemente.

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Alfred Pfaffenbichler
Witch


Im Baumarkt erworbene Alltagsgegenstände schaffen die Grundlage zu jener raumgreifenden Materialcollage, welche die Hexe heraufbeschwört deretwegen das Sitzmöbel konzipiert wurde. Die den verwendeten Materialien eigene Ästhetik bleibt unverändert, lediglich ihre Zusammenfügung ruft neuartige Assoziationen hervor.

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Martin Reis
Easy-tip-up


Die hohe Festigkeit der gestaltbestimmenden Profile, ihr geringes Gewicht bei gleichzeitig verhältnismäßig niedrigen Kosten gab Ausschlag für die Entwicklung eines klappbaren Sitzmöbels. Der einteilige ‚easy-tip-up’ ist ein standfester und dabei auf ein äußerstes Minimum zusammenklappbarer Stuhl, dessen Gewicht lediglich 2.8 kg beträgt. Das auf 8 x 8 x 48.4 [cm] im geschlossenem Zustand reduzierte Sitzmöbel läßt sich somit im Rucksack oder in der Reisetasche verstauen, und ist zuhause wo es an Platz mangelt.

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Katrin Schärf
Steel


Ein Sitzmöbel aus dem im Regelfall höchst Korrosionsanfälligen Material Bewehrungsstahl zu entwickweln, gilt als Ausgangsposition für ein filigran wie unkonventionell erscheinendes Möbelobjekt. In der neuartigen Zusammenfügung einzelner Bestandteile entwickelt es ein überrschendes wie widersprüchliches Erscheinungsbild. Der Rauheit der einzelnen Materialkomponenten steht der Komfort des Sitzens gegenüber.

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Michael Schwarzhans
Sitzkonstruktion


Die Tragstruktur, resp. das Skelett des Möbels, als eine Art Brückentragwerk zu begreifen und demzufolge zusammenzusetzen, muß als Grundtenor für das vorliegende Sitzmöbel verstanden werden. Den herrschenden Zug- und Druckkräften zu Folge, tritt ein filigran und technoid erscheinendes Sitzmobiliar zu Tage, welches auf Grund der zugehörigen Detailierung mitsamt den Spannvorrichtungen zweifellos Objektcharakter annimmt.

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Margarete Seyr
Cellomobil


Das Cellomobil ist als multifunktionelles Möbel zu verstehen, welches dem Cello gleichsam "an den Leib geschneidert" wurde. Bei aufgeklappter Sitzfläche dient es als Aufbewahrungsort für das Instrument selbst. Zum Musizieren läßt sich das Cellomobil zum Sitzmöbel mit Lehne verwandeln. Die Sitzfläche wird zugeklappt. Der anliegende rückseitige Rahmen bildet im Zuge des Verwandlungsprozesses den Notenständer. Rollen sorgen für die Mobilität des Objekts innerhalb des Wohnraumes.

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Robert Stiebitz
Evilon


Das für gewöhnlich verdeckt eingesetzte Installationsrohrmaterial mitsamt den Isolierschalen wurde für die Entwicklung einer physisch belastbaren Liege-und Sitzform herangezogen. Die Isolierschalen steigern den Sitzkomfort und verleihen dem Rohrgebilde eine charakteristische Gestalt. Die einfache Steckbarkeit einzelner Bauteile und die gelenkige Ausbildung von Fuss-, rumpf- und Kopfteil garantieren eine weitesgehende Zerleg-, Austausch- und Zusammenklappbarkeit. Überdies sind die gewählten Materialien prädestiniert, das Objekt auch für den Einsatz im Aussenbereich weiterzudenken.

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Bernhard Trummer
MDF-chair


Die Formvorstellung über ein ausladendes und dabei zugleich dynamisch erscheinendes Sitzmöbel wurde mithilfe zugeschnittener MDF-Platten realisiert. Die „auskragenden Arme“ der Holzkonstruktion scheinen von Sitzfläche und Rückenlehne getrennt. Ein rückseitig gespanntes Stahlseil sorgt für das nötige Gleichgewicht. Die Polsterung aus Schaumstoff an den Kontaktflächen erhöht den Sitzkomfort.

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Stefan Wendt
Mikado


Eine leichtgewichtige Alternative zu schweren Barhockern bekannten Zuschnittes umzusetzen, steht am Beginn des Entwurfsprozesses. Die gewählten Materialkomponenten Aluminium- und Holzstäbe gehen dabei einen spannungsvollen Kontrast ein und erwecken in ihrer Zusammenfügung den Eindruck „spielerischer“ Zufälligkeit.

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      Beratung: Dr. Wolf-Michael Tschuppik, Kontakt: www.rohtangarchitects.com
   Aufnahmen: Markus Ziegelwanger, Kontakt: photographer@blax.at
   Webdesign: multivitamedia Markus Piribauer, Kontakt: www.multivitamedia.at