ao.Univ.-Prof.Dr. Bob Martens - Entwerfen SS17

Wald.vier: Neues Leben für das Ortszentrum von Neupölla

 

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Ausgewählte Projekte:

> Corina Colleselli
> Julia Edlinger
> Karolina Fessler
> Maximilian Kotzian
> Luis Kutzner
> Lena Moosbrugger
> Martina Sauerer
> Florian Spießberger
> Viktoria Wohlfart

A vacant manor at the centre of Neupölla (Waldviertel, Lower Austria), parts of which date back to the 12th century, is at the centre of this design class. Different owners in recent years were unable to renovate the structure or give it a new purpose. About two years ago, the village purchased the adjacent property Neupölla 26. The compact village centre, encompassing several properties, should receive an overarching design concept. Although the building has been vacant for some time, the central location (ca. 2,400 sqm. of land, including ancillary areas) is attractive. The first step must be to consider meaningful uses and measures to animate this compact village centre. The concept should not only include the structure but also the surrounding village fabric. The participants need to think about whether it will be necessary or desirable to adapt or change the structure, but also about potential infrastructure measures for the greater context in order to reanimate this rural venue. The design class participants are asked to devise identity-enhancing measures and architectural interventions that have a positive impact on the face of the village. The main objective is not to design isolated sculptures or decoration but to devise a feasible concept and a usable design solution. Participants need to examine concrete uses for the existing structure and the surrounding (semi-)public space.


AUFGABE

Ein ungenütztes Herrschaftshaus im Ortskern von Neupölla (Waldviertel), dessen Ursprünge in das 12. Jahrhundert hineinreichen, steht im Rahmen des ggst. Programmes im Mittelpunkt der Betrachtung. In den letzten Jahrzehnten hatte diese Liegenschaft zwar wechselnde Eigentümer, eine Instandsetzung oder gar Neubespielung konnte jedoch nicht bewerkstelligt werden. Vor ca. zwei Jahren hat die Marktgemeinde das unmittelbar angrenzende Anwesen Neupölla 26 erworben. Ein Gesamtkonzept für das kompakte Ortszentrum bestehend aus mehreren Liegenschaften war anzustreben. Der zentrale Standort dieser Objekte ist dabei als attraktiv einzustufen, wenngleich die Baulichkeiten schon seit geraumer Zeit leer stehen. Nun galt es, das Areal für jeden Einzelnen nutzbar zu machen, es in denkbar viele „Richtungen“ zu öffnen und es schlussendlich zu einem „Ort“ für die gesamte Bewohnerschaft werden zu lassen.


RESUMEE

Betrachtet man die vorliegenden Entwürfe rund um das sogenannte 1’er Haus und die angrenzenden Liegenschaften im Zentrum der Ortschaft Neupölla, so sticht zunächst die Vielfalt der Ansätze hinsichtlich einer möglichen Nutzung ins Auge. Darüber hinaus wird im Zuge einer genaueren Betrachtung jedoch rasch klar, dass die Lage im Zentrum der Ortschaft dem Objekt resp. den Objekten der Planung mehr abverlangt, als dies bei irgendeiner anderen Lage wohl der Fall wäre. Die Bedeutung des Zentrums und dessen möglicher Aufgabe im sozialen Kontext der Gemeinschaft macht komplexere Überlegungen diesbezüglich beinahe unabdingbar. Der Platz selbst, dies ist nachvollziehbar, besitzt „öffentlichen“ Charakter und verlangt im Zuge seiner Planung nach diesbezüglichen Überlegungen, andernfalls würde man eine Chance verstreichen lassen, die vielleicht nicht wieder zu kommen vermag. In wie weit nun der Platz als offener Raum unter freiem Himmel Gestalt annimmt oder die entworfene Baulichkeit und ihre Innenraumabfolge im Zentrum der Betrachtung steht, obliegt dem Einzelnen, unabdingbar jedoch ist, der Bereich des 1’er Hauses und der angrenzenden Liegenschaften sollte „durchwegt“, erlebt und bespielt werden. Es gilt das Areal für jeden Einzelnen nutzbar zu machen, es in denkbar viele „Richtungen“ zu öffnen und es zum Ort für alle Bewohner werden zu lassen. Vereinzelt gehen Entwürfe noch einen Schritt weiter und denken über die Grenzen der Ortschaft hinaus. Dann wird nach einer Bespielung des Zentrums gesucht, die auch ein weiteres Umfeld anzuziehen vermag. Inwieweit Neupölla in Hinkunft Menschen anzuziehen vermag wird wohl nicht zuletzt an der Entwicklung seines Zentrums liegen.

 

Corina Colleselli
Aufschwung

GDas ggst. Projekt umfasst die Gestaltung eines neu entwickelten Marktplatzes sowie die Renovierung und Neunutzung des 1’er Hauses als auch eine Umgestaltung des Hauses Nr. 70. Durch den gezielten Abbruch des Hauses Nr. 26, mit Ausnahme der Scheune im Norden des Grundstückes, wird ein geräumiger Marktplatz angestrebt, welcher im Sinne unterschiedlicher Veranstaltungen (Bauern-, Oster-, Advent-, Kathrinimarkt) einer Nutzung zugeführt werden soll. Die Scheune fungiert im Rahmen des vorliegenden Konzeptes als “Rückgrat“ des Platzes und soll bei Schlechtwetter als Aufenthaltsbereich bzw. als „Markthalle“ zum Einsatz gelangen. An der Ostseite wird der Marktplatz von einem eingeschossigen Holz-Glasgebäude mit geschwungener Fassade gerahmt. In der Erdgeschosszone des 1’er Hauses sollen ein Gemeinschaftsstudio (Friseur, Kosmetik, Massage) untergebracht als auch ein Multifunktionsraum, der in Verbindung mit dem geschütztem Hof für z.B. Yogaeinheiten oder kleine Veranstaltungen genutzt werden soll, integriert werden. Für die darüber liegenden Geschossen wurden drei großzügige Wohnungen angedacht. Das Haus Nr. 70 soll im Zuge des Projektes in ein Ferienhaus verwandelt werden.

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Julia Edlinger
Eat.Play.Work.

Ziel des vorliegenden Entwurfes ist es, ein denkbar „lebendiges“ Zentrum für Neupölla sowie dessen Umgebung zu kreieren. Im Zuge dessen wird ein Veranstaltungsgebäude konzipiert, welches Schauplatz sämtlicher Veranstaltungen der Gemeinde werden soll und darüber hinaus Spielraum für private und gewerbliche Nutzung wie Tanzkurse, Hochzeiten und vieles mehr bieten soll. Im Rahmen des Gebäudes soll auch ein Café entstehen, welches für Kochkurse und Ähnliches genutzt werden soll. Ein Bestandteil des Hauses Nr. 26 soll zu einer kleinen Markthalle umfunktioniert werden. Ein großzügiger Hofbereich soll in Hinkunft zum Verweilen einladen. Das derzeitige Gemeindeamt soll im Zuge des Projektes in die Erdgeschosszone des 1’er Hauses umgesiedelt werden, um in das neue Zentrum entsprechend integriert werden zu können. Für das Obergeschoss wurden gewerbliche Nutzungen wie beispielsweise Physiotherapien, Ärztepraxen, Musikproberäume und Ähnliches angedacht. Das Haus Nr. 70 soll in eine Wohngemeinschaft transformiert werden, die gemeinsam mit dem angrenzenden Freiraum einer jüngeren Bewohnerschaft zugedacht wurde.

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Karolina Fessler
Dorfanger mit Dorfhaus

Im Vordergrund des ggst. Entwurfes steht die „Festigung“ des strukturellen und gemeinschaftlichen Dorfcharakters durch die Schaffung eines Dorfangers mit einem eigenen „Dorfhaus“. Darüber hinaus geht das ggst. Projekt von der Revitalisierung des Hauses Nr. 1 im Sinne eines neuen Gemeindeamtes aus. Das Dorfhaus erhält dabei die Bedeutung eines Ortes bzw. Raumes, welcher von allen Bewohnern gleichermaßen genutzt werden kann. Es wird als belebender informeller Mittelpunkt betrachtet, welcher im Zuge eines Sommerfestes ebenso genutzt werden soll, wie zur Probe des Musikvereins oder als gemeinsamer Veranstaltungsraum. Hingegen soll sich die historische Bedeutung des Hauses Nr. 1 als Guts- und Verwaltungsgebäude in der Nutzung als Gemeindehaus wieder finden. Die repräsentativen Räumlichkeiten würden der Gemeinde den entsprechenden formalen Rahmen verleihen und könnten weiterführend für Hochzeitsveranstaltungen oder Seminare vermietet werden.

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Maximilian Kotzian
GEMEINSER Gemeinsamer Treffpunkt ums Einser.

Das vorliegende Projekt geht von einer Freistellung des 1’er Hauses aus und setzt diesem einen neuartigen teils über dem Grund schwebenden Baukörper entgegen. Gleichsam im Zwischenraum wird ein Marktplatz der Gemeinde angesiedelt, welcher sich zwar offen jedoch auch geschützt hinsichtlich Beschaffenheit erweist. Der vorgesehene Neubau gliedert sich in zwei Segmente. Die Basis bildet ein großer Veranstaltungssaal mit großzügigem Foyer. Ein zweiter, etwas kleinerer, Veranstaltungsraum im Obergeschoss kann mit unterschiedlichen Veranstaltungen bespielt werden. Darüber hinaus werden zwei größere Vereinsräume, die angemietet werden können, zur Disposition gestellt. Anschließende Lager- und Aufenthaltsräume unterstützen das wechselnde Bespielungsangebot. Der entwickelte Freiraum soll unterschiedlichste Freiluftveranstaltungen, Versammlungen, Sommertheater und Aufführungen jeglicher Art oder gar Wochenmärkte beherbergen. Das 1’er Haus selbst soll im Sinne eines Gemeindeamtes eine neue Nutzung erfahren. Infolgedessen soll der Kindergarten eine Erweiterungsmöglichkeit erfahren. Für die Räumlichkeiten des ehemaligen Gerichtsaales wurde ein Gastbereich mit Gastgarten angedacht.

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Luis Kutzner
HOF_KULTUR Dorfzentrum und Kulturhof

Gegenständliches Projekt sieht die Schaffung eines Dorfzentrums mit „Kulturhof“ vor. Ein neuer Veranstaltungssaal mit vorgelagertem Hofbereich wird zum gemeinschaftlichen Treffpunkt bzw. Marktplatz dessen Nutzung durchwegs multifunktional ausfallen soll. Die Überdachung, welche das neue Veranstaltungsgebäude umfasst und zusammen mit diesen den Kulturhof bildet, zoniert das Grundstück gezielt und stellt zugleich den Zusammenhang mit dem historischen 1’er Haus her.

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Lena Moosbrugger
kunst.verEINt

Diese Projekt setzt sich zum Ziel, Künstler (Schriftsteller, Maler, Bildhauer und Musiker) innerhalb des 1’er Hauses, anzusiedeln und ihnen einen Ort für produktive Kreativität zu offerieren. Zeitgleich soll das Haus im Rahmen von Workshops und Seminaren einer kunstinteressierten Öffentlichkeit geöffnet werden. Abgesehen von einem Umbau des Dachgeschosses sind nur geringfügige Veränderungen an der Bausubstanz angedacht. Das Erdgeschoß wurde als halböffentlicher Bereich konzipiert, welcher außer an Veranstaltungstagen nur den Künstlern und Seminarteilnehmern vorbehalten ist. Im Obergeschoss wurde der Rückzugsbereich für die eingemieteten Künstler angesiedelt, welcher sich in Form von Ruhezonen und Schlafmöglichkeiten widerspiegelt. Ein Zubau an der Stelle des 70’er Hauses schlägt Schlafplätze für die Seminarteilnehmer vor. Dieser Zubau tritt gezielt in einen Dialog mit dem geplanten Neubau an Stelle des 26’er Hauses. Die vorgesehene Baulichkeit erscheint in ihrer visuellen Durchlässigkeit als Gegenpol zum verschlossen erscheinenden historischen 1´er Haus. Die darin befindlichen Räumlichkeiten wurden für Vernissagen und Veranstaltungen aller Art konzipiert.

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Martina Sauerer
KUNSTWERKSTATT

Dieses Projekt geht den Versuch ein, das bestehende Ortszentrum gezielt zu revitalisieren. Hierzu wird das 1’er Haus in eine Kunstwerkstatt transformiert. Als Zielstellung dient die Überlegung Neupölla als Ort für kreative Workshops über das Waldviertel hinaus zu positionieren. In diesem Sinne erhalten die Bewohner und Gäste Neupöllas die Möglichkeit, in den Räumlichkeiten des 1’er Hauses Kurse in den Bereichen Kunst, Schreiben und Kochen anzubieten, als auch zu besuchen und solcher Art das örtliche Kunsthandwerk zu stärken und zu verbreiten. Die entstehenden Kunstwerke und Arbeiten sollen in der umgestalteten Halle des 26´er Hauses der Öffentlichkeit präsentiert werden. Ein Neubau mit großzügigem Eingangsbereich, einem kompakten Shop und Nebenräumen verbindet demzufolge die Werkstatträume mit dem vorgesehenen Ausstellungsraum. In weiterer Folge wurde angedacht, das 70’er Haus als Unterkunftserweiterung für die Workshop-Teilnehmer heranzuziehen. Vorerst jedoch wurde eine Übernachtungsmöglichkeit im Obergeschoss des 1’er Hauses vorgesehen.

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Florian Spießberger
Neupölla-Verbindet

Gegenständliches Projekt setzt programmatisch auf die Stärkung des Vereinswesens im Zusammenhang mit örtlichen Traditionen. Aus diesem Grunde wird vorgeschlagen, das 1´er Haus diesbezüglich zu bespielen und die Erdgeschoßzone mit diversen Dienstleistungen in Kombination mit gastronomischen Funktionen zu beleben. So werden Kombinationen von Friseur und Café ebenso wie Räumlichkeiten für Arzt bzw. Anwalt, und Kleinunternehmen angedacht. Im Obergeschoss sollen, aktuellen Bedürfnissen folgend, Bürofunktionen bzw. Wohnungen eingebracht werden. Dieser geplante Funktionsmix soll Vereine, Bürger, Gemeinde, Tourismus und Besucher gezielt miteinander verbinden. Darüber hinaus gehend beinhaltet der zusätzlich konzipierte Bauteil einen Veranstaltungsraum, eine Küche und zwei Seminarräume. Seine transparente Fassade soll die Baulichkeit leicht und transparent erscheinen lassen. Zwischen der neuen Baustruktur und dem 1’er Haus wird ein Marktplatz angedacht, der zum Verweilen einlädt aber eben auch für Wochenmärkte, Weihnachtsmärkte, Ausstellungen etc. genutzt werden soll.

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Viktoria Wohlfart
Viktoria Wohlfart

Das vorliegende Projekt setzt zur Gänze auf das Thema der „Jagd“. Demzufolge wird das EINSer im Sinne eines Zentrums für die Jagd- und Forstwirtschaft bearbeitet. Angedacht wurde eine Fleischerei, spezialisiert auf Wild, inklusive Verkauf und Angebot von Kursen zur kulinarischen Zubereitung des frischen Wildes. Diesem Fokus folgend soll Neupölla zur ersten Anlaufstelle für Jagdbegeisterte, Naturfreunde und Feinschmecker von Wildgerichten werden. Weiterführend sollen aber auch Sitzungen, Treffen und diverse Veranstaltungen im Rahmen des neuen Gebäudeensembles stattfinden. Einige der Räumlichkeiten sollen jedoch auch für private Feiern anmietbar sein. Zusätzlich offeriert das renovierte Siebzigerhaus in diesem Projekt die Möglichkeit zu temporären Nächtigungen im sogenannten „EINSer l plus“. Das „Plus“ versteht sich als Erweiterung des bestehenden Komplexes. Dies geschieht zum einen durch die Errichtung eines großen Veranstaltungsraumes und zum anderen durch die Schaffung eines zentralen Cafe´s mit Gastgarten. Zusätzlich bietet das „Plus“ Räumlichkeiten für gewerbliche Betriebe wie Frisör oder Rechtsanwalt.

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   Dialogpartner: Marktgemeinde Neupölla, Kontakt: www.poella.at
   Webdesign: multivitamedia Markus Piribauer, Kontakt: www.multivitamedia.com