ao.Univ.-Prof.Dr. Bob Martens - Entwerfen SS 07

Folie - Verrückte Architektur

 

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Ausgewählte Projekte:

> Maximilian Eisenköck
> Sabine Gangl
> Franziska Graber
> Annegret Haider
> Manuel Koller
> Andreas Leithner
> Anna Obwegeser
> Stephan Pircher
> Christoph Stelzhammer

A wide variety of new materials has entered the world of architecture and building, changing the context of building and our perception. Such materials not only require to be put to specific uses. Their integration into the intended structure in terms of construction, design and use is as least as important. The architectural designer is faced with the indispensable need to search for and weigh solutions for combining elements of the same or of different materials, as the basic principles of structural stability and protection against moisture have remained more or less constant. Since in this case the designer is unable to tap into a repertoire of existing variants, the task seems seems to be well removed from the context of conventional architectural design. The design programme aims at developing a folie (the French word for madness).


AUFGABE

Vielfältige neuartige Materialien halten Einzug in die Welt der Architektur und des Bauens. Sie verändern Zug um Zug unser bauliches Umfeld und beeinflussen nach und nach unsere Wahrnehmung. Dabei bedürfen derlei Werkstoffe nicht nur spezifischer Einsatzmöglichkeiten. Mindestens ebenso wichtig ist es, die einzelnen Elemente konstruktiv, gestalterisch und nutzungsbezogen innerhalb der anvisierten Gestalt zu integrieren. Für den Architekturschaffenden ist es dabei eine unabdingbare Erfordernis, Lösungen über die Verbindungen gleichartiger Elemente, wie auch jene mit anderen Materialien zu finden, denn die Grundgesetze über den Schutz vor Feuchtigkeit und die konstruktive Festigkeit sind jedenfalls weitgehend konstant geblieben. Nicht aus einem Repertoire von Detaillösungen schöpfen zu können, lässt eine solche Aufgabenstellung als aus dem Kontext konventioneller Architekturschöpfungen gerückt, erscheinen. Ziel des Entwurfsprogrammes ist es, eine solche "Folie" (franz.: Verrücktheit) zu entwickeln.


LEISTUNGSUMFANG

Es ist eine INDOOR- oder OUTDOOR - Baulichkeit zu entwickeln, welche sich primär die Eigenschaften des neuartigen Kunststoffwabenpaneels „Birdwing“ zu nutze macht und zu einer individuellen Gestalt findet. Die Vorzüge des geringen Gewichtes, bei gleichzeitig hoher konstruktiver Festigkeit, wie auch eine lichtdurchlässige Anmutung erlauben zweifellos eine Vielzahl interessanter Einsätze zu Wasser, zu Lande oder auch in der Luft. Es bleibt dem Studierenden überlassen, in wie weit er einen konkreten Einsatzort für die jeweilige Baulichkeit wählt, bzw. dem Objekt eine spezifische Nutzung zuweist. In jedem Falle soll sich die bauliche Struktur eine oder mehrere Vorzüge des Werkstoffes zu nutze machen und letzten Endes den Eindruck erwecken, das Material sei spezifisch für jenes Projekt entwickelt worden. Im Zuge anstehender Entwurfsschritte sind Fügungsmöglichkeiten (Differenzierung nach Indoor- und Outdoornutzung), Verbindungselemente, Materialdimensionen und vieles mehr zu bedenken und in den Entwurf einfließen zu lassen. Thematisch betrachtet, werden keinerlei Beschränkungen vorgenommen, die bauliche Struktur sollte jedoch die Maße von etwa 5 mal 5 Meter nicht überschreiten. Ob auf Stelzenbeinen, abgehängt, schwimmend oder hängend: den Einsatzorten der „Verrückten Architektur“ sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt.

RESÜMEE

Die entwickelten "Verrücktheiten" aus dem Material Birdwing, resp. den ihr anverwandten Erscheinungsformen zeigen auf, dass ein Design, bzw. eine räumliche Struktur, wie es in gegenständlichem Entwurfsprojekt verlangt war, mitunter auch allein auf der Vorgabe des Materials seinen Entstehungsursprung zu finden vermag. Die im Zuge des Entwicklungsvorganges definierten Standorte und Funktionen finden darum ihren Niederschlag in durchwegs unterschiedlichen Einsatzsituationen. Diese reichen von Minimalunterkünften in naturräumlich exponierten Lagen bis hin zur Hochzeitskapelle inmitten leuchtender Werbereklame. Es wurden Möbelvisionen ebenso ins Leben gerufen, wie tatsächlich begehbare Architekturobjekte. Allen Objekten gemeinsam ist jedoch die Auseinandersetzung mit den ästhetischen und oder strukturellen Gegebenheiten des vorgegebenen Werkstoffes. Die exakte Gewichtung des einen oder anderen Charakteristikums oblag dabei zu jedem Zeitpunkt dem einzelnen Studierenden. Solcherart vollzog jeder Einzelne einen durchwegs individuellen Entwicklungsvorgang.

 

Maximilian Eisenköck
RelaxAlpin

Das entwickelte Objekt ist als autonome Zelle im naturräumlichen Kontext zu verstehen, welche primär Wanderern eine einfache, jedoch lustvolle Gelegenheit zur Übernachtung offeriert. Der vom Untergrund distanzierte Baukörper findet sich darum auch in privilegierter Lage mit entsprechendem Ausblick wieder. Das Objekt selbst macht sich insbesondere die Materialeigenschaft „Leichtigkeit“ zu Nutze, zeigt aber auch auf, wie im Verbund mit einem tragenden Holzskelett eine formstabile Außenschale erzielt werden kann.

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Sabine Gangl
Birdwing_wedding chapel

Ziel des Entwurfes ist es, das Thema amerikanischer Hochzeitskapellen insbesondere vor dem Denkhintergrund „Las Vegas“ neu zu interpretieren. Die Farbenvielfalt und Lichtdurchlässigkeit des Materials, werden darum auch zu den Grundingredienzien der Aufmerksamkeit erregenden Baulichkeit. Struktur und Aufbau der Platten werden solcherart zur optischen Grundlage einer neuzeitlichen Auflage historischer Kirchenfenster. In Kombination mit den geschlossen wirkenden Alubenplatten zeichnen sich bei Tag interessante Lichtspiele im Inneren ab, wohingegen bei Nacht ein städtischer Beleuchtungskörper in Übergröße erfolgreich gegen die umgebende Leuchtreklame ankämpft.

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Franziska Graber
Die Fassade als Werbung – Gehört! Gesehen!

Gegenständliches Projekt richtet sein Augenmerk auf die Fassadengestaltung und innenräumliche Ausgestaltung eines neu zu errichtenden CD-Shop's. Das Material Birdwing gilt es vor diesem Denkhintergrund sowohl im Außenraum, als auch im Inneren optisch überzeugend ein zu setzen. Im Bereich der Fassade sind es zahlreiche Vor- und Rücksprünge welche primär die Aufgabe erfüllen, auf den neuen Shop und seine Funktion aufmerksam zu machen. Sitz- und Hörnischen erlauben einer Telefonzelle gleich das Verweilen im unmittelbaren Fassadenbereich, ohne dabei jedoch akustisch beeinträchtigt zu werden.

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Annegret Haider
Spielraum

Von einem bestehenden Kinderspiel ausgehend, wurde eine pavillonähnliche Struktur entwickelt, welche primär in öffentlichen Parks zur Aufstellung gelangen soll. Übertragen in einen vergrößerten Maßstab offeriert das Projekt nun eine transluzente Hülle aus dem Material Birdwing, welche eine Reihe entlehnbarer Möbelmodule beherbergt. Die Einzelmodule lassen sich als Tisch, Lehne oder auch Sitzgelegenheit gebrauchen, sind überdies verhältnismäßig leichtgewichtig und erlauben eine entsprechende Stapelung bzw. Reihung. Der Pavillon bzw. seine Hülle dient in diesem Zusammenhang als Sammelstelle. Bei Nacht also eine weitgehend geschlossene Einheit, bei Tag hingegen, wenn sich die möbelähnlichen Einzelkörper über die umliegenden Wiesenflächen verteilen, bleibt lediglich ein Skelett zurück.

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Manuel Koller
weIN bewegung

Die entwickelte räumliche Struktur soll als Präsentations- und Aussichtsplattform im Bereich der südsteirischen Weinstraße dienen. Die untere Ebene fungiert dabei als eigentlicher Verkostungs- und Verkaufsraum des Winzers. Die höher gelegene Terrasse offeriert lediglich einen verträumten Blick über die Weinberge. Die geringfügige Verdrehung der beiden Ebenen zueinander, dient als Auslöser für die vielfältig gegliederte Hülle, welche solcherart als in Bewegung geraten erscheint und einen Zustand wie jenen der „Alkoholisiertheit“ auf heitere Weise interpretiert. Die Hülle bestehend aus „Birdwingpaneelen“ übernimmt die Funktionen des Sicht- wie auch Windschutzes, sowie jene der Absturzsicherung.

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Andreas Leithner
Snake_bar

Das gegenständliche Projekt sieht die Errichtung einer Snack- und Cocktailbar im Bereich einer vorgefundenen Höhle am oberen Rande einer Klippenlandschaft vor. Die Struktur erweist sich insofern als am Felsen hängend und erlaubt nicht zuletzt darum atemberaubende Blicke auf Himmel und Meer. Anstelle einer konventionellen Möblierung wird ein Liegen und Sitzen im Bodenbereich propagiert. Zu diesem Zwecke wird die hölzerne Bodenebene abgestuft ausgebildet. Das Material Birdwing wird aufgrund seiner Strukturellen Beschaffenheit mit der Haut eines rätselvollen Höhlentieres gleichgesetzt, dessen verbliebene Hautsegmente nun die Bedachung der Struktur bilden. Als Absturzsicherung dienen eingespannte Glasscheiben, welche nicht zuletzt den uneingeschränkten Blick auf den Horizont erlauben.

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Anna Obwegeser
Serial Cut

„Serial Cut“ sieht den Einsatz der Birdwingpaneele vor allem im Bereich des hochpreisigen Innenausbaus beispielsweise im Boutiquenbereich vor. In diesem Sinne wird ein System entwickelt, welches es erlaubt eine Vielzahl unterschiedlicher räumlicher Objekte auf Basis einzelner Plattenelemente zu „falten“. Einem Origami-ähnlichen Denkprozess folgend, werden die einzelnen Platten zerschnittenen und die Einzelteile mittels Klammern oder Winkeln zu einer dreidimensionalen Struktur zusammengestellt. Um Toleranzen entsprechend begegnen zu können, werden die Platten mit entsprechendem Abstand montiert. Die solcherart entwickelten Strukturen sollen im Zusammenspiel mit rauem, unbehandeltem Sichtbeton eine reizvolle Kontrastwirkung erzielen.

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Stephan Pircher
Outdoor folder

Die gegenständliche räumliche Auffaltung offeriert dem Nutzer einen halboffenen Raum innerhalb eines größeren naturräumlichen Umfeldes oder auch innerhalb weitläufiger Räumlichkeiten wie z.B. einer Messehalle. Ganz im Sinne eines kleinmaßstäblichen Arbeitsplatzes gilt es, eine Ablagefläche für den Laptop und eine geeignete Sitzfläche bereit zu stellen. Weiterführendes visuelles Augenmerk gilt der Wahrnehmung der baulichen Struktur sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Ist es im ersteren Fall die skulptural anmutende Konzeption, welche ins Auge sticht, so gewinnt das Objekt bei Nacht durch eine entsprechende Beleuchtung an Aufmerksamkeit.

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Christoph Stelzhammer
Hangar-S

Der Entwurf sieht die Entwicklung eines halboffenen Stauraumes im Strandbereich vor, welcher primär Surfern für das Unterstellen ihrer Gerätschaften dienlich wird. Die Baulichkeit öffnet sich vor diesem Denkhintergrund in Richtung des Gewässers und bildet im Bereich seines hintern Endes einen Unterstellmöglichkeit für Surfbretter und Ähnliches heraus. Der Entwurf macht sich dabei die Eigenschaften des Plattenmaterials in Bezug auf hohe Druckfestigkeit und geringes Gewicht, aber auch Salzwasserbeständigkeit, wie auch eine teilweise Verformbarkeit zu nutze.

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                  Beratung: Dr. Wolf-Michael Tschuppik, Kontakt: www.rohtangarchitects.com
   Aufnahmen: Markus Ziegelwanger, Kontakt: photographer@blax.at
   Webdesign: multivitamedia Markus Piribauer, Kontakt: www.multivitamedia.com