ao.Univ.-Prof.Dr. Bob Martens - Entwerfen SS 04

X-treme_Lodging

 

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Ausgewählte Projekte:

> Iris Hasenbichler
> Peter Hofstetter
> Günther Leitner
> Christoph Oberhofer
> Markus Rausch
> Bernhard Trummer

The monolithic rock formation of Putucusi sits directly opposite the Inka town of Machu Picchu. Near the summit, a lodge for temporary visitors is to be erected, as this site offers a more than spectacular view of the Inka town and its remaining walls as well as a great diversity of other impressive natural phenomena. In this design task, two issues are of central importance. Firstly, the general approach to designing buildings for a site of such "mythical" significance. Secondly, questions of principle with a view to providing accommodation in such an extreme geographical situation. The specifications include sleeping units, as well as dining and cooking facilities.


AUFGABE

Als unmittelbares Gegenüber der Inkastadt Machu Picchu präsentiert sich der monolithisch empor ragende Putucusi. Im Bereich der Bergspitze soll eine Lodge zum Zwecke eines temporären Aufenthaltes entwickelt werden, denn von hier aus eröffnet sich ein mehr als eindringlicher Blick auf die Inkastadt, resp. die verbliebenen Mauern. Der Ort selbst, gestattet darüber hinaus die Wahrnehmung vielfältiger natürlicher Phänomene. Zwei Problemstellungen drängen sich bei einer solchen Aufgabenstellung vordringlich auf. Zum einen, wie kann im Angesicht eines unzweifelhaft überaus bedeutsamen und “mythischen” Platzes baulich überhaupt vorgegangen werden. Und zum anderen, wie kann die geforderte Funktion des Nächtigens in solch extremer Lage grundsätzlich bewerkstelligt werden. Das gewünschte Raumanforderungsprofil umfasst dabei Schlafeinheiten, Speise- wie auch Kocheinrichtungen. Unschwer zu erkennen, liegt der Schwerpunkt des Programmes auf der Suche nach denkbar minimalen Eingriffen bei gleichzeitiger Erfüllung der gestellten Anforderung. Überlegungen zur Wasser-, Nahrungsmittel- und Energieversorgung sollten dabei eingeschlossen werden.

LEISTUNGSUMFANG

Gefordert ist einerseits eine vollumfängliche planliche Darstellung des Projektes, ein Modell, welches die Situierung verdeutlicht und ein Teilmodell im Maßstab 1:20, welches Aufschluß über die raumgestalterischen Aspekte gibt. Die vierstündige Entwurfsübung bezieht sich auf die Entwicklung einer Einheit für sechs bis 8 Personen. Die 8-stündige Übung fordert die Erfüllung des Raumprgrammes für rund 20 Doppelzimmer ein.

RESÜMEE

Ideologisch betrachtet, stellen sich angesichts der gewählten Aufgabenstellung nicht nur Fragen nach dem Wohnen in extremen Lagen, sondern auch solche über den richtigen Umgang mit einer Kulturstätte historisch kaum zu übertreffender Bedeutung. Pragmatisch betrachtet, ist es jedoch der verhältnismäßig steile „Baugrund“, welcher sich dem Architekturschaffenden in den Blickpunkt drängt. Die bereits existenten Grundparameter stellen also Herausforderung wie Einengung zugleich dar. Die Spitze des zu beplanenden Berges jedenfalls gestattet nicht alles, was auch auf der „grünen Wiese“ zu bewerkstelligen wäre.
Die Mehrzahl der Entwürfe setzt sich demzufolge von der schwierigen Steilhangsituation deutlich ab und bildet eine konstruktiv wie funktional distanzierte Einheit heraus. Zuweilen auf wenigen Auflagerpunkten aufgesetzt, verankern sich teils kühn anmutende bauliche Strukturen im Fels. Solcherart wird die komplexe Vereinigung mit der vorgefundenen Topographie vermieden und gleichzeitig eine Art Respektsabstand gewahrt. Fels und Anbau bleiben auch von weitem betrachtet als eigene Identitäten bestehen und evozieren den Gedanken eines jederzeitigen Rück- oder Abbaues. Die entwickelten Gestalten scheinen lediglich angelehnt zu sein - zum jederzeitigen Abtransport bereit! Lediglich eines der vorgestellten Projekte scheint mit dem Fels eine bewusste Einheit eingehen zu wollen. Aus dem möglichen Pfad eines Auf- resp. Abstieges wird die entwurfsbestimmende serpentinenähnliche Struktur des Gebäudes entwickelt, welche sich selbstbewußt in den Abhang schneidet und sich solcherart verankert.
Die Entwürfe im Allgemeinen zeugen darüber hinaus nicht nur vom strategischen Umgang mit einer vorgefundenem Topographie, sie thematisieren in ebenso hohem Maße das Abenteuer des Seins auf dem Berg. Das Moment der Exponiertheit und des dramatisch überzeichneten Aufenthaltes findet sich nicht selten bereits im Mittelpunkt des Ideenfindungsprozesses wieder. Die Gestalten, welche sich unter solchen Gesichtspunkten herauskristallisieren scheinen jedenfalls mehr „landen“ zu wollen, als sich auf eingegrabene Fundamente stützen zu wollen.

 

Iris Hasenbichler
Mountain_unit


Die vorgesehene Lösung für die Lodge, sieht eine Aufschlüsselung der vorgesehenen Einheiten in Einzelobjekte vor, welche je nach Bedarf erweitert werden können. Von der vorhandenen Topographie abgerückt, erlaubt die Konstruktion aus Glasfaserkunststoffträgern eine Adaption an die jeweilige Montageposition, wie auch die Geländeneigung. Die einzelne Einheit bietet zwei bis vier Personen Platz und erlaubt die freie und ungehinderte Sicht auf die Ruinen von Machu Picchu.

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Peter Hofstetter
Serpentine!


Das Projekt trachtet danach, die von einer serpentinenförmigen Erschließung abgeleitete Staffelung der Baukörper weitestgehend in die vorgefundene Topographie zu integrieren. Dieser Versuch einer „Symbiose“ wird unterstützt durch die spezifische Materialwahl. So vermittelt der Kontrast von Holz und Stahlbeton zwischen Hart und Weich. Das Gebäude selbst wird zunächst auf der höchstgelegenen Ebene über das Dach betreten, welches gleichzeitig als Aussichtsterrasse für die Tagesbesucher dient. Tagestouristen bleiben dadurch von den Übernachtungsgästen getrennt, wodurch sowohl Kommunikation als auch Rückzugsmöglichkeit gewährleistet wird.

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Günther Leitner
Staffelung


Knapp unterhalb des Gipfels wird die Lodge von der Seilbahnstation kommend, über einen schmalen Steg, erreicht, welcher sich nach und nach zu einer Terrasse aufweitet unterhalb derer sich ein Aufenthaltsraum mit Essplätzen und Küche verbirgt. Das Erschließungssystem für die Lodge selbst, befindet sich zwischen der Steilwand und den Boxenförmigen Schlafeinheiten. Diese Wiederum werden als eigenständige Einheiten im Tal vorgefertigt in die Haupttragkonstruktion eingehängt. Als Antwort auf die klimatischen Bedingungen in dieser Extremlage, wird für die Hülle der einzelnen Boxen Wellblech vorgesehen.

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Christoph Oberhofer
Absprung


Das vorliegende Projekt trachtet danach das Extreme in allen nur erdenklichen Sichtweisen zu unterstreichen. Dies geschieht sowohl hinsichtlich der Konstruktion/Statik als auch der angestrebten innenräumlichen Wirkung. Einem abspringenden Adler gleich, stemmt sich das Objekt vor die Wand. Der Blick und die Richtung des Aufenthaltsobjektes richten sich nach Machu Picchu. Es handelt sich dabei um eine Holzskelettkonstruktion, welche das „Natürliche“ des Baues unterstreichen soll. Der Innenraum wird von Schrägen und dem nach vorn gerichteten Blick dominiert, welche auch im Innenraum den Moment des Absprung gezielt unterstreichen.

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Markus Rausch
Back_pack


Zwei sich kreuzende Stege unterstreichen die Lage der Lodge. Der obere Steg liegt auf Höhe der Zugangsachse, der untere in Blickrichtung Machu Picchu. Die Lodge selbst liegt etwas abseits und wird über den unteren Steg erschlossen. Die obere Ebene beinhaltet den Aussichtsbereich für die Tagesgäste (öffentlicher Bereich) und den privaten Bereich für die Nachtgäste, etwa ein Aufenthaltsbereich zum Essen, Reden und Meditieren, wie auch die Wohnung der Familie, die Lodge betreibt. Die untere Ebene ist ausschließlich dem Schlafen gewidmet. An der Rückseite der Lodge positioniert liegen WC´s, Duschen und Stiege.

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Bernhard Trummer
Condor


Der Entwurf bezieht sich auf die in den Bergen heimische Gestalt des Condors. Um die Montage in dem weitgehend unwegsamen Gelände zu vereinfachen, wurde die Konstruktion aus wenigen präfabrizierten Teilen entwickelt. Um das Gewicht zu reduzieren, wurden sie aus glasfaserverstärktem Kunststoff mit einer Unterkonstruktion aus Aluminium konzipiert. Aufgrund der raumhohen Verglasung wird selbst in den Nassräumen ein uneingeschränkter Blick auf Machu Picchu und den rückseitigen Hang ermöglicht. Jedoch kann bei Bedarf der Wunsch nach Intimität mittels eines Einsatzes von Polarisationsfolien im Scheibenzwischenraum nachgekommen werden. Die Versorgung mit Strom übernehmen Photovoltaik-Elemente auf den Flügeln, die von zwei Windkraftwerken an den Flügelenden unterstützt werden. In den Konstruktionszwischenräumen kann sowohl Frisch- als auch Abwasser gespeichert werden.

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                  Beratung: Dr. Wolf-Michael Tschuppik, Kontakt: www.rohtangarchitects.com
   Aufnahmen: Markus Ziegelwanger, Kontakt: photographer@blax.at
   Webdesign: multivitamedia Markus Piribauer, Kontakt: www.multivitamedia.at