ao.Univ.-Prof.Dr. Bob Martens - Entwerfen SS 03

{math.space}

 

Logo

 

Ausgewählte Projekte:

> Richard Egger
> Martin Kukacka
> Philipp Meyer
> Magarethe Seyr
> Michael Simhandl
> Eva Romana Stein
> Orsolya Stadler-Vida

In the spring of 2003, the so-called math.space awaits inauguration at Quartier 21 in the Museumsquartier in Vienna. The objective is to present mathematics in a way that makes it comprehensible and 'graspable' in the best sense of the term. The exercise aims at developing stimulating objects which motivate little visitors to explore them playfully and which also harbour some puzzle that can be solved. The designs are supposed to convey to the visitors (starting at kindergarten age) the secrets involved in using and/or producing these objects in a stimulating and exciting way. The basic requirement for the objects is mobility.


Im Wiener Museumsquartier wird ab dem Frühjahr 2003 im Bereich des „Quartier 21“ der sogenannte „math.space“ eröffnet. Es soll darin Mathematik im wahrsten Sinne des Wortes veranschaulicht und greifbar gemacht werden. Der Standort erweist sich aufgrund seiner Einbettung in die neue Wiener Ausstellungslandschaft als überaus geeignet. Ausstellungsobjekte im math.space werden deshalb nicht zuletzt als Artefakte verstanden. Themenschwerpunkte liegen auf dem dialektischen Verhältnis von Mathematik zu Theater, Kino, Musik, Malerei, Architektur, etc.

AUFGABE

In diesem Entwerfenprogramm sollen „anregende Objekte“ entwickelt werden, die zum einen zu spielerisch explorierendem Umgang animieren und andererseits ein „Rätsel“ preiszugeben haben Den Besuchern (ab dem Kindergartenalter) sollen auf anregende und spannende Weise die Geheimnisse rund um den Gebrauch oder aber die Herstellung solcher Objekte nahegebracht werden. Als Grundvoraussetzung gilt, dass die zu entwerfenden Objekt mobil sind. Demnach gleichsam als „one-manshow“ an unterschiedlichen Orten ihren Betrieb aufnehmen können. Es gilt einen interesseweckenden Attraktor für den im Quartier 21 angesiedelten math.space zu entwickeln. Ein Objekt das den Betrachter zur Interaktion animiert, ihm eine Handlungsweise abverlangt und im Zuge dessen den ihm zu Grunde liegenden Sachverhalt verdeutlicht. So lassen faltbare Objekte oder Strukturen den Sprung vom zweidimensionalen Schnittbogen in statisch funktionierende dreidimensionale Einheiten beispielsweise zum Sitzen oder liegen nachvollziehen. Pneumatische Objekte könnten Aufschluß über das notwendige Volumen und seine unterschiedlichen Gestaltausprägungen bieten, aber auch Objekte zur „Vermessung“ architektonisch-mathematischen Raums und vieles mehr ist denkbar. Der Zusammenhang zur Mathematik im weiteren Sinne wird als Herausforderung, nicht jedoch als Einschränkung verstanden. Diesbezügliche Diskussion und ein Review mit Mathematikern ist vorgesehen und soll von beiden Seiten als erweiternder Impuls gesehen werden.

LEISTUNGSUMFANG

Gefordert ist zum einen das Objekt im Maßstab 1:1, welches im oben genannten Sinne voll funktionstüchtig ist und zum anderen eine den Gebrauch erläuternde Aufarbeitung. Zweitere kann sowohl grafischer Natur sein, als auch in Form einer computergestützten Darstellung abgegeben werden. Es werden hierbei keine Einschränkungen gemacht, jedoch sollte die Dokumentation wiederholt zur Anwendung kommen können. Die erarbeiteten Objekte sollen zum einen den math.space im Quartier 21 bewerben und zugleich als längerfristige Spiel und Erläuterungsmodelle dienen. Es besteht damit mit diesem Programm eine durchaus reelle Chance mit einem Fußbabdruck im Museumsquartier Platz zu finden. Die 4-stündige Übung bezieht sich auf die Entwicklung einer einzigen Situation, wohingegen die 8-stündige Übung auch eine Auseinandersetzung mit dem Zusammenhang verschiedener Lösungen einfordert.

RESÜMEE: Math space

Ohne Zweifel besteht ein enger Zusammenhang zwischen den beiden wissenschaftlichen Disziplinen Architektur und Mathematik. So wird denn auch das Vermessen und Maß geben zur Basis auf Grundlage dessen architektonische Schöpfungen überhaupt erst gefertigt werden können. Dass darüber hinaus die Verhältnisse dieser Zahlenangaben untereinander über die Zeiten hinweg von einer Vielzahl an Architekturschaffenden erhöhte Bedeutung erfuhren, braucht wohl nicht gesondert erwähnt zu werden. Man denke bloß an die Vielzahl an Proportionslehren, welchen es von Jahrhundert zu Jahrhundert zu folgen galt.
Im Rahmen der hier vorgestellten Entwürfen wurde versucht eine ausgewählte mathematische Grundlage zum Thema jeweils eines architektonischen Entwurfes zu machen. Die Mathematik fand also nicht erst im Moment der präzisen maßlichen Erfassung des Objektes Niederschlag, sondern bildete bereits den Grundstein für alle nachfolgenden Entwurfsschritte. Ganz gleich ob es sich bei den letzlich gefertigten Objekten um Möbel, Fassadenvorschläge oder „Spiel“-zeuge handelt, stets bildet die mathematische Erfahrung im Zuge der Explorierung den Zugang. Die körperliche Interaktion, welche gleichsam zwangsläufig von den Objekten eingefordert wird, gestattet es dem zu Grunde liegenden mathematischen Sachverhalt spielerisch auf die Schliche zu kommen. Fragen über die Zusammengehörigkeit, Volumen, Gleichgewicht und Vervollständigung wurden zur Grundlage der hier vorgestellten spielerischen Objekte, welche räumlich und nicht selten sogar funktionell im erweiterten Sinne sind. Mathematik wird im Rahmen dieser Entwicklungen darum auch greifbar und in vielen Fällen nachvollziehbar.

 

Richard Egger
Volume_exchange


Die Entwurf konzentriert sich auf die Entwicklung einer verfahrbaren Apparatur, welche über den volumsmäßigen Zusammenhang platonischer Körper Auskunft gibt und den Betrachter einlädt auf solcherlei Veränderung selbst Einfluß zu nehmen. Als Zielsetzung gilt es, dem Betrachter resp. dem Benutzer der Vorrichtung die Volumensverhältnisse unterschiedlicher platonischer Grundkörper anschaulich zu vermitteln. Die hiezu notwendige Befüllung bzw. alle zur Umverteilung notwendigen Vorrichtungen wurden weitsestgehend untsichtbar im Inneren der Apparatur integriert. Die Ausführung der einzelnen Grundkörper in satiniertem Acryl läßt einerseits die nach und nach erfolgende Befüllung deutlich sichtbar werden, andererseits treten Rückstände des Befüllungsstoffes visuell in den Hintergrund.

Projektfoto Projektfoto Platzhalter Platzhalter Platzhalter
Platzhalter Platzhalter Platzhalter Platzhalter Platzhalter

zum Seitenanfang
 
Martin Kukacka
Geometrix


“Geometrix” offeriert ein räumliches Puzzle, das mittels Web-basierter Präsentation die Lösung in räumlich und zeitlich abgesetzten Einzelschritten offenlegt. Der entwickelte Stabbausatz aus Kunststoff gestattet dabei die Herausbildung räumlicher Geometrien, welche es Zusammenzusetzen gilt, ohne dabei die kettenartige Struktur in einzelne Teile zu zerlegen. Das Spiel findet somit gleichzeitig im virtuellen, als auch im physischen Bereich statt. Durch eine gemeinsame formale Sprache gelingt es eine klar ersichtliche Verbindung zwischen den zwei unterschiedlichen Ebenen der Aktion herzustellen. Die Fertigung des physischen Modelles greift auf im Baumarkt erhältliche Produkte wie Kunststoffrohre und Vorhangösen zurück.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto

zum Seitenanfang
 
Philipp Meyer
Würfelspiel


Ein scheinbar überdimensioniertes Würfelspiel, welches das mathematische Schwergewicht auf die richtige Zusammensetzung der einzelnen via Seil miteinander verbundenen Elemente vorsieht. Einschnitte in den Einzelteilen gewährleisten die unterschiedlichen Zusammensetzungen. Die Artikulation zweier farblich differenzierter Oberflächen bildet den “Lösungsraster” heraus, welcher eine Reihe bereits vorab definierter Figurationen beinhaltet. Sowohl der Kern aus weichen Schaumstoffelementen, als auch ein an Seenotwesten erinnernder Bezug, aber auch das verbindende Seilstück mitsamt den Seilklemmen verbreiten eine heiter maritime Grundstimmung welche über das mathematische Spiel hinaus zum Be-sitzen und körperlichen Erfahren der jeweils erstellten Figur anregt.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Projektfoto Platzhalter Platzhalter Platzhalter

zum Seitenanfang
 
Magarethe Seyr
Tetramorphose


Der vorliegende Entwurf erläutert zum einen die räumliche Zusammensetzung des Tetraeders aus regelmäßigen Flächen, zum anderen baut sich im Zuge Zusammenfügung des Körpers im Inneren ein verkleinertes, kongruentes Abbild auf. Mittels eines im Sockel integrierten Rades wird der Betrachter aufgefordert aktiv auf den Öffnungs- resp. Schließungsvorgang Einfluß zu nehmen. Es entsteht der Eindruck einer “mathematische Pflanze”, deren Wachstum, wieder und wieder nachvollzogen werden kann.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Platzhalter Platzhalter Platzhalter Platzhalter

zum Seitenanfang
 
Michael Simhandl
Moebius geht shoppen


Die geometrische Eigenheit der Moebiusschleife – ein um 180 Grad verdrehtes Band, welches an seinen beiden Enden miteinander verbunden wird – wird zum Ausgangspunkt einer Fassadenintervention. Die Positionierung der Moebiusschleife entlang einer Auslagenfront, zwingt in diesem Entwurf den Betrachter, resp. den Konsumenten in die Figuration einer sich von Aussen nach Innen wendenen Fassade. Die Maßnahme erschließt damit die Möglichkeiten einer gestalterischen Unterminierung allfälliger baulicher Barrieren im Frontbereich diverser Geschäftsfronten unter Zuhilfenahme mathematisch-geometrischer Phänomene.

Projektfoto Platzhalter Platzhalter Platzhalter Platzhalter
Platzhalter Platzhalter Platzhalter Platzhalter Platzhalter

zum Seitenanfang
 
Orsolya Stadler-Vida
Mathe im Park


Das Projekt sieht ein auf Rollen transportables Mathe-mobil bestehend aus acht be-sitz und be-spielbaren Einzelelementen vor, welches bequem im Kofferraum eines PKW´s zu transportieren ist. Mit spritzwasserfester Oberfläche ausgestattet, soll es Kindern im Kindergarten- und Volksschulalter unter Anleitung Freude an der Mathematik vermitteln, und das an ganz und gar vertrauten Orten: am Spielplatz, im Park oder im Strandbad. Das Einzelelement - ein Tetrawürfel – gestattet zunächst ein einander zugewandtes Sitzen zweier Kinder, in Folge jedoch läßt es sich in Kombination mit weiteren Elementen zum Bestandteil eines Bausatzes für Phantasiegebäude verwandeln. Darüber hinaus sind vier magische Quadrate an der Oberfläche aufzufinden und verwandeln den Bausatz zeitweise in ein räumliches Puzzle. Den nötigen Zusammenhalt der einzelnen mit eigens entwickelter Bedruckung versehenen Bausteine gewährleisten bereits als System erworbene Gurte mitsamt den zugehörigen Verschlüssen.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Platzhalter Platzhalter
Platzhalter Platzhalter Platzhalter Platzhalter Platzhalter

zum Seitenanfang
 
         Beratung: Dr. Wolf-Michael Tschuppik, Kontakt: www.rohtangarchitects.com
   Aufnahmen: Markus Ziegelwanger, Kontakt: photographer@blax.at
   Webdesign: multivitamedia Markus Piribauer, Kontakt: www.multivitamedia.at