ao.univ.-Prof.Dr. Bob Martens - Entwerfen SS 01

INFO_ZONE#001

 

Logo

 

Ausgewählte Projekte:

> Daniel und Edith Ebenkofler
> Regina Lahofer
> Christian Mandler
> Roland Radda

This programme centres on improving and/or changing the central entrance area of the main building of the Vienna University of Technology on Karlsplatz. It serves both as a barrier and as a transition zone leading on to the adjacent units. Since Prechtlsaal is a hall that is used for internal and external events, this zone must include additional functional aspects. The design task is to find an answer to how such a linking space should present itself to the visitors. The programme requires the proposal to include an inventory of current and future requirements.


AUFGABE

Dieses Entwurfsprogramm konzentriert sich auf die Auf- und umrüstung des zentralen Eingangbereiches im TU-Hauptgebäude am Karlsplatz. Bei einem ersten Besuch der Technischen universität ist der Besucher zunächst mit der Aula konfrontiert, einer dem Tageslicht abgewandten Säulenhalle aus dem 19. Jahrhundert. Sie fungiert einesteils als Barriere, aber andernteils auch als überleitung zu anschließenden Räumlichkeiten. Die Nutzung des Prechtlsaals für in- und externe Veranstaltungen verlangt, dass diese Zone zusätzlich funktionelle Aspekte aufweist. Es gilt also eine Antwort auf die Frage zu finden, auf welche Weise sich ein solches räumliches Bindeglied dem Besucher präsentieren soll. Es steht außer Zweifel, dass das historische umfeld des Hauptgebäudes eine wesentliche Rolle in der Repräsentation der TU-Wien spielt. Der momentane Zustand der Aula entspricht jedoch nach allgemeinem Verständnis nicht mehr den Erfordernissen einer zeitgemäßen Empfangsumgebung. Im Rahmen dieses Entwurfsprogrammes sind daher heutige und zukünftige Ansprüche zu inventarisieren. Im Kontext eines künftigen “Visitors Center“ sollte eine ausreichende Menge an Informationen über den universitätskomplex als Mindesterfordernis vorhanden sein. Das Bild, das der Öffentlichkeit von der universitären Landschaft vermittelt werden soll, verlangt zweifellos nach einer Verstärkung der “Corporate Identity”. Die gestalterische Auseinandersetzung mit dieser Schlüsselzone soll einen wesentlichen Beitrag hiezu liefern. So gesehen bewegt sich der Handlungsrahmen vom Einfügen parasitärer Subarchitekturen bis hin zur vollständigen Neubelegung. Visionen sind jedenfalls gefragt.

LEISTUNGSUMFANG

Die Entwurfsvorschläge sind im Maßstabsbereich 1:100 bis 1:20 anzusiedeln. Raumgestalterische Details und Bemusterungen sind im Maßstab 1:20 darzustellen. Bei Bedarf können 1:1- Simulationen vorgenommen werden.

RESÜMEE

Das Entwurfsprogramm verlangte von den Studierenden Entwurfslösungen ab, welche zweifellos Antworten auf Fragen einforderten, die bis dato wohl nicht in ausreichendem Maße gestellt worden waren. Schließlich galt es, das Foyer der TU-Wien mit einer räumlichen Aussage auszustatten. Dieser neu entstehende Empfangsbereich sollte in der Lage sein, den regelmäßig Studierenden, wie auch den erstmaligen Besucher entsprechend „einzustimmen“, und gegebenenfalls an die gewünschte Stelle weiterzuleiten. Der Aula kommt insofern die Funktion eines Knotenpunktes zu, den es einerseits informativ und kommunikativ zu bespielen, als auch organisatorisch zu entwirren galt. Die vier vorgestellten Projekte eröffnen jeweils vier individuelle Wege in Richtung dieses Zieles. Daniel und Edith Ebenkoflers Entwurfskonzept setzt in hohem Maße auf ein dialogartiges Spiel zwischen Altem und Neuem. Wo räumliche Ausweitungen sinnvoll erscheinen, werden solche in eigenständiger Weise angebracht, wo zusätzliche Verbindungen von Vorteil wären, werden selbige entsprechend geschaffen. Respektvoll jedoch mit eigener Sprache treten damit die heutigen Anforderungen dem historischen Baubestand entgegen. Regina Lahofers Entwurf dagegen unterminiert im wahrsten Sinne des Wortes die vorgefundene Substanz. Auf diese Weise wird das historische Gebäude selbst zum aus- und zur Schau gestellten Objekt. Der steinernen Kubatur wird eine Strategie gewordene gläserne Leichtigkeit entgegengesetzt. Die Idee der Öffnung der Universität wird solcherart unmittelbar auf den konkreten Ort übertragen. Christian Mandlers Entwurf beläßt zwar den Untergrund in seiner bestehenden Ausprägung schlägt jedoch im Bereich des ersten Obergeschosses ein deutlich sichtbares Zeichen in Richtung des Innenhofes der TU-Wien vor. Drei blaue Glaskuben sind es letztlich bei Roland Radda, welcher primär auf eine gestalterische und funktionelle Bereinigung im Bereich der bestehenden Aula setzt. Bei ihm werden eben jene Glasgebilde zur räumlichen Signatur für die zentral gelegene Anlaufstelle im Universitätskomplex.

 

Daniel und Edith Ebenkofler



Der Entwurf stellt den Versuch einer zeitgemäßen Präsentation der Tu-Wien im 21. Jahrhundert dar. Die Kombination der Altsubstanz in Verbindung mit neuen Materialien läßt eine zeitgemäße Atmosphäre im Aulabereich zu. Gezielte architektonische Eingriffe manifestieren sich in fünf Bereichen. Vorwiegend indirektes Licht erzeugt dabei einen neuartigen Raumeindruck. Vorhandene Bereiche, wie z.B. Portier und Buffet, wurden ergänzt und in den Außenbereich weitergeführt. überdies wurden neue Funktionen eingefügt wie z.B. eine Wartelounge oder ein "Festbereich" bei der Stiege I). Der Eingang zum Prechtlsaal erfolgt nunmehr auf direktem Wege.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Platzhalter Platzhalter Platzhalter Platzhalter

zum Seitenanfang
 
Regina Lahofer



Ziel der Überlegungen war es, einen identitätsstiftenden Raum mit Aufenthaltsqualität zu schaffen. Neben kleinerer Veränderungen in Bereich der Aula (direkter Zugang von dieser in den Prechtl-Saal, Freistellung des Portierbüros), liegt der Schwerpunkt des Entwurfes in der untergrabung der Prechtl-Saals, und der Nutzung der dort vorhandenen Kellerräumlichkeiten. Ein Riegel, der zwischen Keller- und Erdgeschoss sowohl durch den Prechtl-Saal als auch durch das Erdreich geschoben wird, dient als formgebender Körper. Durch die in das Erdreich versetzten Niveaus entstehen beruhigte Raumzonen, welche zum Verweilen einladen. Brücken, Rampen, Stiegen und ein Aufzug schaffen Verbindungen. Großzügige Verglasungen ermöglichen interessante Durchblicke und machen den Raum dreidimensional erlebbar. Im Kellergeschoss befindet sich ein Café, welches auch das Catering für diverse Veranstaltungen im Prechtl-Saal oder Festsaal der Tu übernehmen kann. Die dafür erforderliche Küche wird im Kellerraum unter dem derzeitigem Mensa Café eingerichtet Ein direkter Zugang vom Prechtl-Saal in das Café wird über eine fragil wirkende Stahltreppe ermöglicht. Die Beziehung Gang – Prechtlsaal wird im Bereich des durchstoßenden Riegels durch eine großflächige Verglasung intensiviert. Die sich im Freien befindenden Räume werden teilweise dem Café zugeordnet bzw. stellen übergangsräume zwischen öffentlichem und halböffentlichem Raum dar. Parkseitig wird der Riegel teilweise als transparenter Glasköper materialisiert. Ein witterungsgeschützter, „außenliegender“ Raum entsteht, welcher vom Café mitbenützt werden kann. Der Entwurf soll neben einer Belebung des TU-Hauptgebäudes auch zu einer Öffnung nach Außen führen. Durch diese Aktivierung wird der Hof-und Eingangsbereich des Tu Hauptgebäudes zu einem mulifuntionalem Raum.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto
Projektfoto Platzhalter Platzhalter Platzhalter Platzhalter

zum Seitenanfang
 
Christian Mandler



Der spärlichen Lichtsituation nachkommend, wird im Erdgeschoss auf Informationsvermittlung gesetzt: es entsteht eine Multimedia-Passage mit Lichtinstallationen und Digitalprojektionen in Symbiose mit dem Altbau. Ausgerichtet auf optimale Fernwirkung und Sichtbarkeit werden in der Außenfassade zwischen den Säulen tageslichttaugliche LED-Displays oberflächenbündig in die Fassade eingesetzt. Von zentraler Stelle aus sind diese bedienbar und fungieren als Sender für optische Botschaften. Durch die Öffnung des Prechtl-Saals zur Aula hin entsteht eine Pufferzone („Blackbox“), welche mittels pneumatischen Konstruktionen vollständig geschlossen werden kann. Der entstandene Raum kann entweder als „Enklave“ in der Aula, d.h. als Vortragsbereich – und als solcher auch nicht von außen zugängig – oder als abgeschlossener Raum genutzt werden.

Projektfoto Projektfoto Projektfoto Projektfoto Platzhalter
Platzhalter Platzhalter Platzhalter Platzhalter Platzhalter

zum Seitenanfang
 
Roland Radda



Der Eingangsbereich der Aula wird zunächst durch Entfernen der seitlichen Trennmauern erweitert. Der vorhandene Säulen- und Stützraster ergänzt die neu gewonnenen Flächen um weitere Säulen. Sowohl die Eingangsbereiche am Karlsplatz (beziehungsweise Resselpark) als auch die Fenster des Cafés werden durch monumentale blaue Glaskörper akzentuiert. Hofseitig entstehen hier jeweils auf zwei Ebenen eine Reihe an Computerterplätzen zwecks rascher und unkomplizierter Informationsabfrage (Zeugnisse und ähnliches). Ziel der Neugestaltung der Aula war überdies die Beseitigung hinderlicher Stufen: der Fußboden wird nunmehr als eine Ebene in Granit ausgeführt.

Projektfoto Projektfoto Platzhalter Platzhalter Platzhalter
Platzhalter Platzhalter Platzhalter Platzhalter Platzhalter

zum Seitenanfang
 
                  Beratung: Dr. Wolf-Michael Tschuppik, Kontakt: www.rohtangarchitects.com
   Aufnahmen: Markus Ziegelwanger, Kontakt: photographer@blax.at
   Webdesign: multivitamedia Markus Piribauer, Kontakt: www.multivitamedia.at