XX-SMALL

A SMALL PROJECT IN THE HEART OF VIENNA

E N T W E R F E N

IM RAUMLABOR
 

256.009 UE / WS 1996-97 / ao.Univ.Prof.Dr. Bob Martens

Unweit des Stephansdomes - dem zweifelsfrei zentral und prominentest gelegenen Ort innerhalb Wiens - befindet sich das sogenannte Dom- und Diözesanmuseum. Es beherbergt eine ganz beträchtliche Zahl an Reliquien, Skulpturen und Malereien, welche zum Teil auf emporragenden Sockeln als auch in Vitrinen aufbewahrt werden. Die Hängung der Bilder bereitet jedoch sichtlich Schwierigkeiten. Die im zweiten Stock gelegenen mit Teppichböden ausgestatteten Ausstellungsräume sind im Sinne einer Aneinanderreihung einzelner Durchgangsräume konzipiert. Dadurch drängt sich dem Besucher eher das Bild einer herrschaftlichen Wohnung auf. Identitätsbildend wirkt in jedem Fall die örtliche Nähe zum Dom und die beinahe ständige visuelle Präsenz dieses Wiener Wahrzeichens.
 

Aufgabe ist es zunächst, für zwei dieser Räume im oberen Geschoß ein raumgestalterisches Konzept zu erarbeiten, damit eine adäquate Wahrnehmung der Exponate ermöglicht wird. Im Zentrum der Betrachtung steht dabei ein großflächiges mehrteiliges Altarbild, welches zudem am Ende der visuellen Achse der linear aneinandergefügten Räume positioniert ist. Hinzu kommt die Errichtung etwaiger Ruheplätze bzw. die sensible Umgestaltung eines ebenfalls als Ausstellungsraum genutzten Kapellenraumes. Desweiteren sollen Vorstellungen über ein Zeichen entwickelt werden, welches die Verbindung zwischen Dom und Dommuseum verdeutlicht, und somit größere Teile des Besucherstroms der Kirche in das Museum zu ziehen vermag. Dem zur Zeit in der Passage hängenden Wappen gelingt es in seiner Gestalt und Funktion nur geringfügig zu überzeugen. Es gilt demnach einen sensiblen Hochseilakt zwischen Öffnung einer historischen Situation als auch weitestgehender Bewahrung bestehender Architekturen zu bewerkstelligen.

LEISTUNGSUMFANG

Es ist vorgesehen, diese Lehrveranstaltung mit beschränkter Teilnehmerzahl in Form eines kleinen Wettbewerbs durchzuführen und ggf. das Siegerprojekt zur Ausführung zu bringen. Die graphische Darstellung des Entwurfs stellt nur einen Teil der Aufgabe dar. Wesentliche Aufmerksamkeit wird der Simulation des Entwurfs im Maßstab 1:1 geschenkt. Es wird somit eine Intensivbauphase im Raumlabor eingeplant (voraussichtlich von 20-26.11), welche räumlichen Aufschluß über die gewählten Maßnahmen und ihre Wirkung geben wird. Danach werden die Projekte aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse überarbeitet. Die Entwurfsvorschläge (einschl. Modellbauarbeiten) sind im Maßstabsbereich 1:100 bis 1:1 anzusiedeln. Insbesondere raumgestalterische Details und Bemusterungen sind im Maßstab 1:20 darzustellen. Bei Bedarf können und sollen weitere 1:1-Simulationen vor Ort bzw. im Raumlabor vorgenommen werden.

[ERGEBNIS]