EBNER Petra

Beidseitige Nutzung

Hörsaal 7 wird dem Entwurfsgedanken zur Ausrichtung in Richtung des Hofes folgend um 90 Grad gedreht. Die Querstellung gestattet infolge einen weniger tiefen Sitzbereich, jedoch eine umso leichter veränderbare Innenausstattung. Die Projektverfasserin setzt auf eine rückfahrbare Bestuhlung und hofft dadurch den Hörsaal auch für andere Nutzungen freihalten zu können. Dem Gedanken der Öffnung folgt die in exponierter Lage positionierte großformatig dimensionierte Box. Während der konventionellen Hörsaalnutzung als Raum für den Vortragenden genutzt, wird sie anderweitig zur hoforientierten Bühne, welche durch die kleinen Applikationen den Hof in das "interne" Geschehen einzubinden trachtet.


HÖLLER Harald

Hof 2 to Hof 4

Eine freigeformte, dem Hörsaal 7 vorgelagerte Erschließungsskulptur, dient dem Verfasser als Signet. Sie zieht die Aufmerksamkeit auf sich und deutet auf die Veränderungen, welche im Inneren des Gebäudes stattfinden, hin. Sie dient a priori als Windfang, wird desweiteren aber als Internetstation genutzt. Die leichte Verdrehung des neuen Baukörpers zur bestehenden Gebäudeflucht versucht auf den Haupteingang zu Hörsaal 7 zu weisen. Die Veränderungen im Inneren tragen allem voran dem Wunsch zu einer flexibleren Nutzung Rechnung. Eine Besonderheit in diesem Rahmen repräsentiert der auf einer Galerieebene gewonnene Seminarbereich und die in den Hof 4 mündenden baulichen Anfügungen. Von seiten des Verfassers wird insofern der Versuch eingegangen, die beiden Höfe über das Bindeglied Hörsaal 7 miteinander zu verknüpfen.


HÖNIGMANN Birgit

Box und Boden

Ein scheinbar endloser hölzerner Belag faltet sich die gesamte Hörsaaltiefe entlang nach oben. Er dient als frei bespielbare Plattform. Das zugehörige Mobiliar präsentiert sich entweder in gänzlich mobiler Form oder aber im Gewand des Klappbaren. Die bestehenden Rundbogenfenster werden mittels einer über die volle Länge laufenden Blende ihres Störeinflusses enthoben. Als einzig explizit herausragendes Gestaltungselement fungiert die Regiebox. Sie wird als Novität und Einfügung sofort erkenntlich. Das Projekt zeichnet sich allem voran durch einen überaus minimalistischen Ansatz aus.


HOPPE Thomas

Die Bühne

Der Grundgedanke des Entwurfes zielt auf die Möglichkeit zur vollständigen Entleerung des Hörsaales ab. Nur in dieser Form kann nach Ansicht des Projektverfassers eine gänzliche Flexibilisierung des Lehrgeschehens erlangt werden. Um dies erreichen zu können werden drei unterschiedliche Bestuhlungstypen entwickelt. Verschiebbare Sitzboxen, ein Klappmobiliar und eine galerieseitig untergebrachte Fixbestuhlung. Die Option zur vertikalen Lageveränderung der Deckenelemente ermöglicht eine entsprechende Anpassung der einzelnen steter Wandlung unterliegenden Zonen. Die neugeschaffene Konstellation ermöglicht sowohl Individualbeleuchtung, indirekte Grundbeleuchtung, als auch eine gänzliche Ausleuchtung des Raumes mittels einer Reihe von Tiefstrahlern. Zu- und Abluftzufuhr wurden im Fußboden bzw. in unterhalb der Decke verlaufenden Technikkanälen untergebracht. Nach Außen hin sorgt eine auskragende Galerie für die Ablesbarkeit des Zwischengeschoßes und dient zugleich als Vordach für den Eintritt in das Stiegenhaus. Das Gegenstück dazu dient als Lagerraum für die Sitzboxen, artikuliert aber zugleich die Ausrichtung des Saales.


JIRSA Stefan

Walk Around

Der Verfasser geht den Versuch ein, die Funktion des Hörsaales mit der des Ausstellens gewissermaßen zu verweben. Der Hörsaal kommt dabei im Kern des Gebäudes zu liegen. Um ihn herum vollzieht sich promenadenartig ein Ausstellungsgang, dessen Charakteristikum ein faltungsanaloges Wandsystem darstellt. Die "Faltung" kreiert auf diese Weise sowohl einen Nischenartigen Betrachtungsraum, wie auch die Möglichkeit eines dosierten Lichteinlasses in den Hörsaal. Das Aufbaulabor bleibt in seiner Situierung bestehen und wird in diesen Wandelgang auf analoge Weise einbezogen.


JUEN Wolfgang

Vertiefung

Der Verfasser schlägt vor, den Hörsaal 7 muldenartig zu vertiefen und das notwendige Mobiliar bei Bedarf aus dem Boden zu klappen. Die Zweihüftigkeit der Anlage erscheint dabei als ungewöhnliche bis gewöhnungsbedürftige Novität, obgleich selbige einen überaus spannenden Raum zu schaffen vermag. Im Falle des unausgefahrenen Mobiliars verwandelt sich der Hörsaal in eine Ausstellungsebene. Die dafür notwendigen Stellwände werden aus den Fenstern gegenüberliegenden Nischen hervorgezogen. Die Regiebox präsentiert sich innerhalb dieses verwandlungsfähigen Raumes als frei schwebender Körper. Das Grundkonzept der Verwandlung wird im Eingangsbereich noch einmal herbeizitiert, und kündet auf unaufdringliche Weise von den im Inneren vollzogenen Veränderungen.


LEIXL Karin

Kleine Interventionen

Das Projekt verfolgt die Idee der "kleinen Interventionen". Die zentralen Anforderungen an einen neuen Hörsaal werden demzufolge mit möglichst geringfügigen Eingriffen bewerkstelligt. Als neuralgischer Punkt erweist sich dabei die Kommunikation, sowohl innerhalb der Räumlichkeiten, als auch deren Ausrichtung nach Außen. Zwei signifikant gestaltete Eingänge fungieren als Anziehungspunkte, wie auch als physisch erlebbare Kommunikationsbereiche. Ein Tageslichtprojektions-"fenster" gestattet den visuellen Transport der Hörsaalaktivitäten in den Hofbereich. Die dafür genutzte gelbe Regiebox bildet in diesem Kontext den technischen und architektonischen Nabel des Hörsaales heraus. Um den engen Bezug zwischen dem Vortragenden und der Regiebox zu versinnbildlichen wird auf eine Material- und Farbangleichung zurückgegriffen.


MUHR Christian

Raum im Raum

Der Verfasser erkennt die räumliche Qualität des bestehenden Raumes innerhalb dessen die Hörsaaleinrichtungen untergebracht sind. Er verweist jedoch darauf, daß die architektonische Qualität durch die Neigung der Sitzebene nicht spürbar wird. Sein Erneuerungsvorschlag zielt infolgedessen auf einen Erhalt der Substanz und einer möglichst "kontaktlosen" Einfügung der neuen Hörsaaleinrichtung ab. Er folgt dabei der Idee einer Gebäuderevitalisierung und kreiert derart kontrapunktisch zur "Hülle" eine zeitgemäße bis zeitgeistige "Fülle". Konstruktion und Material lassen den Kontext der Arbeit innerhalb einer Technischen Universität in den Vordergrund treten.


PRÖGLHÖF Claus

Halb und Halb

Der Verfasser sieht vor, den Hörsaal mit einer demontablen und einer rückfahrbaren Bestuhlung zu versehen. Auf diese Weise gelingt es ihm, den Raum beinahe zur Gänze freizuspielen und ihn gegebenenfalls anderweitig zu nutzen. Die demontable Bestuhlung wurde seitens des Verfassers eigens projektiert, scheint jedoch in ihrer derzeitigen Ausformulierung ein gewisses Maß an "Grundbequemlichkeit" vermissen zu lassen. Interessant erscheint die gewonnene Schnittstelle zwischen Hof 2 und Hof 4. Der Austritt in Gestalt eines gläsernen Zubaus dürfte in der Lage sein, ein wenig Transparenz in die derzeit verworrene bauliche Situation zu bringen.

REMPEN Matthias

Inlay

Der bestehende Gebäudetrakt, innerhalb dessen Hörsaal 7 zur Zeit untergebracht ist, wird vom Verfasser zur Gänze ausgehöhlt. Er überdeckt die "neue" architektonische Ruine mit einem Glasdach und fügt eine neue gänzlich autarke Einheit ein. Er versucht dadurch dem Denkmalschutz gerecht zu werden und den Raum dennoch effizient zu nutzen. Eine auf Stützen ruhende Box, welche primär die Hörsaalfunktion ubernimmt, wird vom gewonnenen Raumvolumen subtrahiert. Der Raum darunter wird in der neugeschaffenen Konfiguration als Zeichenraum benutzt. Die Distanzierung zwischen alter Substanz und eingefügtem Baukörper sorgt derart für eine dramatische Wahrnehmung der Vertikalen innerhalb des Gebäudetraktes.


SCHREDER Günther

Exchange

Der Verfasser beläßt die Struktur des Hörsaales im allgemeinen so, wie sie bereits im Bestand vorgefunden werden kann. Die Maßnahmen beschränken sich insofern lediglich auf einen Austausch bestehender Substanz. Eine Testbildähnliche Farbskala bildet ein gestalterisches Gegenstück zur Fensterwand heraus, welche ihrerseits wiederum mit einem Blendschutz versehen zur durchlaufenden Scheibe wird. Summa summarum zielen die eingesetzten Maßnahmen auf eine Homogenisierung der derzeitigen Situation ab.


SELTENHAMMER Birgit

Layer xx7

Der bestehenden Substanz wird hofseitig ein neuer "Layer" angefügt. Die mehrfach geschichtete Zone, welche von der Projektverfasserin in Analogie zur menschlichen Haut projektiert wurde, präsentiert sich in multifunktionaler Form. Zum einen gewährt sie klimatischen Schutz, zum anderen dient sie einer sowohl horizontalen als auch vertikalen Erschließung und der damit einhergehenden Möglichkeit zur Kommunikation. In weiterer Folge kann jener vorgelagerte Bereich als Aufenthaltszone wie auch als Präsentationsfläche studentischer Entwürfe genutzt werden. Das Projekt geht demnach der Möglichkeit zur Gleich zeitigkeit von Produktion und Präsentation nach, was der Idee "Hörsaal" sicherlich zu einer denkbaren Interpretation verhilft.


TUNA Lale

Verwandlung

Die Projektverfasserin geht den Versuch ein, Hörsaal 7 in Analogie zu Margarethe Schütte Lihotzky´s Frankfurter Küche zu entwickeln. Die Verwandlungsfähigkeit und die Multifunktionalität hinsichtlich ihrer Benutzbarkeit als "Speis" und Bügelzimmer verleiten sie dazu den Hörsaal sowohl als Theater als auch als Ausstellungsraum zu betrachten. Zweitere Funktion soll vorrangig während der Ferienzeiten Gebrauch finden. Die Ermöglichung der dazu notwendigen räumlichen Verwandlung wird durch eine demontable Möblierung und eine Serie verschieblicher Stellwände gewährleistet. Hiezu notwendige Schienenführungen dienen zugleich dem Transport entsprechender Versorgungsleitungen. Signifikant erscheint die dreifärbige Ausgestaltung der Bestuhlung, welche für die Projektverfasserin ein Mittel zur Belebung des Hörsaales darstellt und in dieser Weise selbst bei geringer Auslastung dem Vortragenden den Eindruck eines leeren Saales "erspart". Das angeschlossene Foyer wird als Kommunikations- und Ruheraum interpretiert.